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Ausbeutungsfalle Paketdienst

Widerstand gegen die gnadenlose Ausbeutung im Paketdienst wächst

 

Da steht´s zum ersten Mal Schwarz auf Weiss: SKLAVEN!

Da steht´s zum ersten Mal Schwarz auf Weiss: SKLAVEN!

Gibt es heutzutage eigentlich nur noch Lug, Betrug, Ausbeutung, Geringschätzung und bodenlose Arroganz??? Gibt es eigentlich noch normale Arbeitsplätze? Oder ist wirklich alles schon auf Sklaverei ausgelegt? Ich meine: sind Arbeitgeber noch ganz normal, oder fehlt jedem schon eine Schraube?

Heutzutage scheint es nur noch darum zu gehen, den Arbeitnehmer in eine Falle zu locken, wo er am besten noch draufzahlt, um arbeiten zu dürfen. Scheint fast so, als seien die Arbeitgeber stolz auf jeden Fisch, den sie gefangen haben, und der nun hilflos im Netz zappelt, wohl wissend, dass er nie und nimmer auf einen grünen Zweig kommt. Wohl wissend, dass die Verträge so raffiniert ausgeklügelt sind, dass der Arbeitnehmer in der Hoffnung auf einen guten Arbeitsplatz unüberlegt zugreift, den Vertrag unterschreibt und sein Schicksal besiegelt.

Verlorene Monate oder Jahre, unmenschliche Schufterei ohne Ergebnis. Wie auf einem Laufband, dass schneller rückwärts fährt, als man laufen kann. Der Paketdienst scheint eine ganz besonders fiese Branche dieser Art zu sein, wo Ausfahrer und Subunternehmer nicht den Hauch einer Chance haben, ein menschenwürdiges Einkommen zu erzielen. Alles dümpelt auf Hartz4-Niveau oder gar darunter her – na klar, die Arbeitgeber finden das ganz völlig normal.

Naja, is halt so, heutzutage muß man froh sein, wenn man umsonst arbeiten kann, was, ihr schmierigen Betrüger? Umso mehr freut es mich, wenn ich eine Nachricht erhalte, dass sich endlich Leute gewehrt haben, und – oh Wunder – sogar gewonnen haben. Normalerweise interessiert es ja weder Regierung noch Gerichte, wenn Arbeitgeber REIHENWEISE Gesetze brechen. Auf den Paragraphen herumgeritten wird nur, wenn Arbeitnehmer sich Lapalien erlauben, wie unerlaubtes Essen eines Wurstbrötchens und andere Lächerlichkeiten.

Eva Heredero, eine Siegerin im Kampf gegen Betrug im Paketdienst.

Eva Heredero, eine Siegerin im Kampf gegen Betrug im Paketdienst.

Wenn Arbeitgeber jeden Monat Dutzende, Hunderte oder gar Tausende Angestellte um Hunderte Euro Lohn prellen – völlig normal, was solls. Da fühlt sich weder die Regierung noch die Gerichte zuständig. Wo kein Kläger, da kein Richter, Gott sei Dank. Und wenn mal einer klagt, werden die besten Anwälte eingesetzt, um ein unrechtes Urteil zu erreichen. Man weiss, dass das Urteil Unrecht ist, aber man sitzt eben “am längeren Hebel”, so ist es halt.

Und wenn es doch einer wagen sollte, zu klagen, dann wird alles getan, um ein richtungsweisendes Urteil zu vermeiden. Und wenn doch ein Grundsatzurteil fällt, dann hält man sich eben einfach nicht dran. Und wenn man zur Zahlung verurteilt ist, verschleppt man diese eben einfach. Wie gesagt, man sitzt ja “am längeren Hebel”, da ist das doch normal, oder?

Schon dreist und unverschämt: man erwartet von den Angestellten Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit und Einsatz – aber von der Arbeitgeberseite wird ganz selbstverständlich KEINE dieser Eigenschaften geboten. Die Arbeitgeber machen, wie als wär´s das Normalste der Welt Fallen-Verträge, bieten keinen zuverlässigen Festvertrag und ihr eigener Einsatz ist das Managen der Betrügerei. Wie ein Schachspiel: “Ätsch, ich hab dich reingelegt, nun sieh zu, wie du da wieder rauskommst”, scheinen diese Betrüger zu denken. Denn Arbeitgeber zu sein, scheint ein Freibrief für Lohndiebstahl und Unterschlagung zu sein.

Umso mehr jubel ich, wenn es mal anders kommt, wie in den beiden Fällen der Zeitungsausschnitte, wo Gerichte den Klägern Recht gaben. Nun kann man allerdings gespannt sein, ob die betrogenen Arbeitnehmer es tatsächlich noch erleben werden, dass sie das ihnen zugesprochene Geld auch tatsächlich in den Händen halten. Solchen skrupellosen Weiße-Kragen-Verbrechern ist ja alles zuzutrauen, um den aufmüpfigen Sklaven, der gewagt hat, Widerstand zu leisten, auch noch nach einem Urteil zu schikanieren. Aber ich verneige mich vor den Klägern und ziehe meinen Hut!!!

Und ich empfehle jedem Einzelnen Betrogenen, den Weg der Klage zu gehen, so wie es viele Hartz4-Empfänger auch machen und zum großen Teil Recht bekommen. Wo kein Kläger, da kein Richter! Wo kein Kläger, da kein Recht! Wo gibt es überhaupt noch Recht im Arbeitsplatz?

Wo verkommt noch nicht alles zu einem gnadenlosen Kampf, der den Menschen alle Energie, alle Lebensfreude, allen Mut systematisch aussaugt?? Im Paketdienst, in der Leiharbeit, im Pflegedienst, im Transportgewerbe, in Schlachthöfen – wo man auch schaut, nur noch Jobs, die “zum Kotzen” sind?

Ein Mann um die 50 sagte neulich: “Gott sei Dank, dass ich schon so alt bin, sonst müßte ich den ganzen Scheiß noch einmal durchleben”. Dieser Satz sagt, wie eine große Zahl von Ausgebeuteten Arbeitnehmern sich fühlt: Traurig, resigniert, hoffnungslos.

Und wann begann das? 2005 mit der  AGENDA 2010, der tollen Globalisierung (bei der wir ja alle nur gewinnen) und dem EU-Wahn, der ja so toll und notwendig ist. Und da soll man sich noch vorstellen: bei den Griechen ist es noch weitaus schlimmer. Ist sowas überhaupt möglich? Noch mehr Geringschätzung, Streß und Hetze, noch mehr Überlebenskampf? “Früher war Alles besser” – das trifft Nirgends so sehr zu wie in der Arbeitswelt.

paketsklaven

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