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Bonner Staatsanwaltschaft dreht durch

Arme Flaschensammlerin “unterschlägt” Müll – Berufung gegen den Freispruch

 

Ich möchte selbstverständlich nicht sagen, dass Tiere dieser Gattung etwas mit soviel Dämlichkeit zu tun haben.

Ich möchte selbstverständlich nicht sagen, dass Tiere dieser Gattung etwas mit soviel Dämlichkeit zu tun haben.

Die Bonner sind auf dem Baum! Eine arme Flaschensammlerin vor Gericht zerren, weil sie eine im Müll gefundene Opernkarte verkaufte – was soll das?

Im Internet ist ein Shitstorm gegen die Staatsanwaltschaft entbrannt. Sie hatte die bedürftige Rheinländerin nicht nur wegen Unterschlagung angeklagt – sondern auch Berufung gegen den ergangenen Freispruch eingelegt.

Nach dem EXPRESS-Artikel kocht die Volksseele. Petra L. (Name geändert) durchwühlt täglich in der City Papierkörbe, um ihre Frührente aufzubessern. Nachdem sie eine dabei entdeckte „Anatevka“-Karte für 20 Euro verkauft hatte, brachte ihr Ebay-Kunde die Staatsgewalt ins Spiel.
Staatsanwalt legte Berufung ein

Doch die gnädige Richterin war wie die 41-Jährige der Meinung: Wie kann es Unterschlagung sein, wenn jemand etwas aus dem Müll zieht und verkauft? Sie sprach Petra L. frei.

Doch damit ist der Fall für die Königswintererin nicht ausgestanden: Der zuständige Staatsanwalt (am Prozess selbst hatte ein Referendar teilgenommen) hat Berufung gegen den Freispruch eingelegt.
Shitstorm auf Facebook

Zahllose Leser machen sich auf unserer Facebook-Seite Luft: „Wo leben wir eigentlich??? Die arme Frau soll noch bestraft werden, weil sie arm ist. Toll, lieber Staatsanwalt“, echauffiert sich ein User.

Marc L. fragt sich: „Angeblich sind Staatsanwaltschaft und Gerichte überlastet und (…) da wird bei einem solchen Bagatellfall Berufung eingelegt?“

„Da fällt einem doch nichts mehr zu ein! Das ist ja an sich schon eine Posse aber die Berufung ist schon lächerlich“, meint Jessica S. Und Vincent R. fordert: „Man sollte die Staatsanwaltschaft wegen groben Unfugs anzeigen!“
Behörde hält sich Hintertür offen

Dr. Sebastian Buß, Sprecher der Behörde, versucht zu erklären: „Der staatsanwaltschaftliche Sitzungsvertreter war auch nach Durchführung der Beweisaufnahme offenbar weiterhin zu dem Ergebnis gelangt, dass eine Verurteilung wegen Unterschlagung gerechtfertigt gewesen wäre.“

Doch die Behörde hält sich ein Hintertürchen offen. Buß: „Ob die Berufung dann aber letztlich tatsächlich durchgeführt wird, wird geprüft, sobald hier die schriftlichen Urteilsgründe des Amtsgerichts vorliegen.“

Sollte sich dadurch an der bisherigen Einschätzung der Staatsanwaltschaft etwas ändern, könne die Berufung „jederzeit auch wieder zurückgenommen werden“, so Buß.

Damit würden dem Steuerzahler ein Haufen Kosten erspart bleiben.
Teure Neuauflage

EXPRESS hat dazu ein Rechenexperiment gewagt: Sollte es zum Berufungsprozess kommen,…weiterlesen auf Express.

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