«

»

Beitrag drucken

Der Fall Arno Dübel…

…und die heuchlerische Gesellschaft

 

Arno sucht keine Arbeit...Robäärt auch nicht. Wo ist der Unterschied?

Arno sucht keine Arbeit…Robäärt auch nicht. Wo ist der Unterschied?

Hartz 4 ist schrecklich. Hartz4 ist entwürdigend. Hartz4 ist viel zu niedrig. Hartz4 ist menschenverachtend. Hartz4 ist verfassungswidrig. Hartz4 ist erniedrigend. Hartz4 ist furchtbar. Alle fürchten Hartz4, niemand will in Hartz4 abrutschen. Alle strampeln sich ab, um aus Hartz4 wieder herauszukommen.

Menschen nehmen Arbeit zu entwürdigenden Bedingungen an, um nur ja nicht in Hartz4 abzurutschen. Alle klagen über Hartz4, alle verfluchen Hartz4. Nur einer tut es nicht: Arno Dübel. Arno ist zufrieden mit Hartz4.

Wenn eine einzige Person ausnahmsweise mal mit Hartz4 zufrieden ist, soll es aber auch wieder nicht richtig sein. Das ist geradezu empörend! Da gibt einer offen zu, nicht arbeiten zu wollen, unerhört. Da sagt uns einer, dass er bescheiden ist und mit Hartz4 genug für seine geringen Bedürfnisse hat. Wie unverschämt ist das denn?

In Maßnahmen, wo die Leute sitzen, um wieder ins Arbeitsleben integriert zu werden, schaut man sich gerne Filme über Arno Dübel an, um ein “abschreckendes Beispiel” aufzuzeigen, wie man nicht sein sollte. Komisch, warum soll man so nicht sein? Einer, der kein Interesse an Konsum und “immer schneller, immer höher, immer weiter” hat.

Ein bescheidener Mann, dem das minimalistische Leben genügt. Ein Mann, der das lebt, was den Hunger auf Erden besiegen würde: sich mit dem zufrieden geben, was man zum Überleben braucht, und nicht nach immer mehr zu streben. Ein Mann, der mit dem glücklich ist, was er bekommt. Ein Mann, der sich sagt: “Was ich habe, das reicht mir zum Leben, und mehr will und brauche ich gar nicht. Warum sollte ich denn da arbeiten”?

Ein grundehrlicher Mann. Darf man nicht mehr ehrlich sein? Sind wir überhaupt ehrlich? Ich glaube kaum. Jeder sehnt sich nach der nächsten Pause, jeder sehnt sich nach dem Freitag. Weil dann das Wochenende kommt und wir endlich frei haben. Wollen wir also WIRKLICH ARBEITEN?

Ich glaube, da hat uns Arno Dübel einiges voraus. Er will nicht arbeiten, und sagt es auch, während wir behaupten, arbeiten zu wollen, es aber nicht wirklich wollen. Wir bilden uns ein, einen Beitrag zur Gesellschaft leisten zu müssen, indem wir jedes Jahr bis zum Monat Juli für den Staat arbeiten und dann für unseren immer weiter ausartenden Konsum im Hamsterrad rennen.

Ob diese junge Dame auch Arbeit sucht?Das Samsug Galaxy S6 muss her, mann gönnt sich ja schließlich sonst nichts. Warum soll ich der einzige sein, der kein Auto hat? Wie soll ich sonst zur Arbeit kommen? Ein Auto bedeutet Freiheit. Ist das wirklich so? Bedeutet ein Auto Freiheit? Mit dem du zu 90% nur in dein Hamsterrad fährst? Soll das deine Freiheit sein?

Arno Dübel macht es anders: er gibt sich mit einer bescheidenen materiellen Freiheit zufrieden. Ein Mann mit unglaublich starkem Charakter, der gegen Anfeindungen aus der ganzen Gesellschaft kämpft und doch seine eigene Idee und seinen eigenen Willen beibehält. Der gegen den Strom schwimmt. Und vor allem: nicht lügt!!!

Du suchst Arbeit? Wirklich? Wenn Du morgen im Lotto gewinnst, suchst du dann immer noch Arbeit? Wenn der Chef der Bundesagentur für Arbeit morgen den Jackpot knackt, wird er übermorgen noch auf seinem dämlichen Stuhl sitzen? Aber natürlich, wir wollen ja alle arbeiten.

Nur der böse Arno Dübel will nicht arbeiten. Wir sind die Besitzer der Wahrheit, Arno Dübel ist ein Schwein, ein Schmarotzer, der sich auf Kosten der Gesellschaft durchfüttern läßt.

Wer ist denn “die Gesellschaft”? Glaubt ihr, der Staat sei die Gesellschaft? Ein Staat, der so ausufernde Steuern erhebt, damit Leute wie Arno Dübel sich einen schönen Lenz machen können? Ein Staat, der alles anders macht, als ihr selbst es machen würdet?
Arno Dübel hilft gerne, trägt Müll raus, hilft Nachbarn beim Renovieren, kauft für alte Damen ein. Er ist ein Mann, der einen sinnvollen Beitrag zur Gesellschaft leistet. Ich würde ihn gerne als Nachbarn haben, denn ich bin mir sicher, er würde mir helfen, wenn ich Hilft bräuchte. Im Gegensatz zu 90% alle anderen Leute, die sagen würden “soll der doch sehen, wir er klar kommt”.

Arno Dübel sieht nur nicht ein, warum er arbeiten soll, wenn er doch genug zum Leben hat. Aber wenn ihm keiner den Lebensunterhalt zahlen würde? Das ist immer die tolle kluge Frage. Wenn Arno bei einem Flugzeugabsturz mit 100 Leuten auf einer einsamen Insel ankäme, kann ich dir versprechen, dass er arbeiten würde – weil seine Arbeit dann ein wahrer Beitrag zur Gesellschaft wäre.

Den nimmersatten Staat mit Steuern füttern, indem man Bierkisten oder Paletten schleppt, ist nicht wirklich ein sinnvolles Dasein. Das sieht Arno Dübel auch so. Und damit hat er absolut Recht. Ich frage Dich nochmal: wenn Du morgen im Lotto gewinnst, suchst Du dann immer noch Arbeit??? Suchst Du Arbeit oder Geld? Einen schönen “arbeitsfreien” Samstag wünsche ich noch.

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://hartz4kontakte.com/der-fall-arno-duebel/

2 Kommentare

  1. Hilde G.

    Wow, was für ein zufällig gefundenes Juwel!
    Worte wie die deinen sind leider sehr selten, selbst im privaten Bereich wird so etwas kaum ausgesprochen,
    geschweige denn online gestellt.
    Man kann auch dich – so wie Arno Dübel – nur beglückwünschen zu deiner Fähigkeit, Sachverhalte mit dem
    eigenen Kopf zu durchdenken und daraus eigene Gedanken und Schlüsse zu ziehen.
    Ich habe auch schon häufig über das populäre Hartz4-Bashing nachgedacht. Unglücklicherweise scheint
    dies wirklich ein Thema zu sein, welches die Menschen im negativen Sinne eint.
    Ungleiche Meinung zu Flüchtlingen, Homosexuellen, Gleichstellungspolitik, etc.? Alle scheinen geeint in
    ihrem stereotypen Bild über Hartz 4-Empfänger. Wie beruhigend für die Menschen.

    Insofern: Nur immer weiter mit deinen menschenfreundlichen Texten, einsamer Schreiberling, der einsam
    für eine große, anonyme Masse schreibt, die erst wieder lernen muss, die Dinge, die sich im eigenen Kopf
    befinden, auszusprechen. <3

    1. Spider59

      @Hilde G. wenn Du mich meinst, dann danke.
      Kannst mir gerne schreiben, ich betrachte das hier und anderstwo so wie früher auch als “Brieffreundschaft” denn seit meinem Besuch in Dresden zum 2ten Jahrestag weiß ich, dass wir Patrioten nicht alleine sind.
      Ich antworte in jedem Fall, allerdings zeitverzögert, da ich 3 Schichten arbeite. Diese Woche Nachtschicht.

      michael.goldmann.1@gmx.de

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Sie können diese HTML-Tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Show Buttons
Hide Buttons