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Gedanken zur Arbeitslosigkeit

Soll die Technik helfen, oder doch besser nicht?

fortschrittMan kann seinen Rasen mit der Schere schneiden. Man kann seinen Rasen durchaus mit der Schere schneiden und froh sein, dass man beschäftigt ist. Man kann den Rasen auch mit einem Rasenmäher mähen und froh sein, dass man schnell fertig ist und viel Freizeit hat.

Was man aber nicht kann: den Rasen mit dem Rasenmäher mähen und anschließend meckern, dass man so schnell fertig geworden ist und jetzt nichts mehr zu tun hat. Genau dieses groteske Theater führt die Menschheit derzeit auf.

Wenn dies aus dem Weltall beobachtet werden würde, die Aliens würden ungläubig die Hände vorm Gesicht zusammenschlagen. Es ist unglaublich: der Mensch erfindet Maschinen, die ihm die Arbeit erleichtern, die Arbeit abnehmen, die Arbeit schneller zu verrichten helfen – und meckern aber über sogenannte Arbeitslosigkeit. Grotesker geht´s doch gar nicht.

Beispiel: irgendwann wird irgendwer eine Spargelstechmaschine erfinden. Man wird sie mit Freude einsetzen – aber die ehemaligen Spargelstecher wird man ab dem Moment als faule Schmarotzer einstufen, die der armen Gesellschaft auf der Tasche liegen. Geht´s noch? Hat der Mensch eigentlich nicht mehr alle Tassen im Schrank? Und der Spargelstecher wird natürlich denken: “Oh ja, ich bin arbeitslos, es ist meine Schuld, ich such jetzt Tag und Nacht nach Arbeit…” ? Noch alle Latten am Zaun?  Es ist vollkommen unverständlich, was der Mensch da macht.

Warum herrscht eine nie endende Hamsterrad-Pflicht?

Warum herrscht eine nie endende Hamsterrad-Pflicht?

Irgendwann werden uns Roboter die Arbeit abnehmen, werden wir dann über 100% Arbeitslosigkeit klagen – oder werden wir vielleicht ausnahmsweise mal die Füße hochlegen und den Zustand genießen? Noch vor 100 Jahren arbeiteten 70% der Menschen in der Nahrungsmittelproduktion, heute sind es gerade noch 5%. Was sagt uns das? Dass wir faul sind? Ich glaube, das sagt uns, dass unsere Produktivität gestiegen ist, und dass heute 5 Menschen die Arbeit verrichten können, für die vor 100 Jahren 70 Menschen nötig gewesen sind.

Wie kommt der Mensch angesichts dieser Tatsache eigentlich auf die absurde Idee, es müsse nach wie vor den ganzen Tag mit Arbeit verbracht werden? Kann mir das mal jemand erklären? Ich hab letzte Woche einen schönen Spruch gelesen, von wem er war, weiss ich nicht mehr genau: “Mit Nichts kommst Du auf diese Welt, mit Nichts gehst Du von dieser Welt, und zwischen Nichts und Nichts glaubst Du, möglichst viel besitzen zu müssen.” Sehr weise dieser Spruch, und er zeigt uns unsere eigene Selbstversklavung. Jedes Lebewesen braucht eine Sache: Nahrung. Das ist auch beim Menschen nicht anders. Mehr als Essen kann man nicht. Das letzte Hemd hat keine Taschen.

Wieso den ganzen Tag rennen, schuften, schwitzen? Wozu braucht man ein I-Phone? Warum kann diese groteske Spezie Mensch den Hals nie voll genug bekommen? Ist das Leben eines Löwen so schändlich? Arbeiten, fressen und sich dann unter den Baum legen? Sollte der Löwe besser gleich 5 Zebras erlegen, damit er länger beschäftigt ist? Aus dieser Perspektive sieht man das ganze groteske Theater der Spezie Mensch. Und in ihrem Wahn, permanent beschäftigt zu sein, zieht sie den gesamten Planeten in den Abgrund.

Was machen wir, wenn alle eine Waschmaschine haben? Freuen wir uns, dass uns diese Errungenschaft gelungen ist? Oh nein, ab jetzt werden die Waschmaschinen so gebaut, dass sie schneller kaputt gehen, nur damit der Mensch weiter in seinem grotesken Hamsterrad rennen kann. Doppelt soviele Waschmaschinen bauen, die doppelt so schnell kaputt gehen – damit auch ja die heilige Beschäftigung herrscht.

Man könnte auch eine Grube graben und sie dann wieder zuschütten, um beschäftigt zu sein. Das wäre zumindest weniger schädlich für den Planeten, die Pflanzen und die Tiere. Oder wir entscheiden uns endlich für das bedingunglose Grundeinkommen, sonst wird der Fortschritt und die Technik zu unserem Feind.
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