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Lockführer-Streik: Warten auf die Bahn…und auf eine Einigung mit der GDL!

Kleinkarierter Positionskampf kostet wahrscheinlich mehr als die 5%- Forderung

bahn

Arbeitgeber sind schon eine merkwürdige Spezies, da macht die Bahn absolut keine Ausnahme. Wenn es darum geht, das letzte Wort zu behalten und seine Macht zu demonstrieren, verhalten sich alle Arbeitgeber irgendwie gleich. Bei einem Streik scheint das oberste Gebot der Arbeitgeber zu sein: den unverschämten Mob in seine Schranken zu weisen.

Das ist auch bei der Bahn so, nur dass hier hauptsächlich die Reisenden in die Schranken gewiesen werden, und nicht die Gewerkschaft GDL. Ist es eigentlich irgendwann schonmal vorgekommen, dass ein Arbeitgeber die Forderung der Belegschaft vom Fleck weg akzeptiert hat? Kann ich mich nicht dran erinnern. Es wird von vornherein so getan, als sei die Forderung absolut abwegig und unverfrohren unverschämt – aus taktischen Gründen für die Verhandlungsposition.

Kann man nicht einfach mal sagen: “Ja, das steht euch zu, das ist absolut gerecht.” ?? Ist sowas heutzutage unmöglich? Glaubt man, der Mob tanzt einem dann auf der Nase rum? Weil man Einsicht zeigt, die dann aber sicherlich als Schwäche ausgelegt wird? Ich kenne die Zahlen der Bahn nicht. Ich stelle mir aber vor: ein langer Zug von München nach Hamburg mit mindestens 5 Wagons, voll mit Fahrgästen, und EINEN Fahrer, der den Zug lenkt. Wenn jetzt dieser Zugführer 5% mehr Gehalt will, dann ist das doch eigentlich mit einem Ticket erledigt -für den ganzen Monat! Oder irre ich mich da?

Aber selbst wenn es 2 oder 3 Tickets wären, die man für die Lohnsteigerung aufwenden müßte – das lohnt sich doch! Also jetzt nicht mehr, jetzt ist ja schon Streik – und jetzt fallen ALLE Tickets weg. Und das für mehrere Tage. Also was man mit 3 Tickets hätte begleichen können, kostet nun HUNDERTE von Tickets. Und das nur, um das letzte Wort zu haben und zu zeigen: “wir lassen uns von der GDL doch nicht auf der Nase rumtanzen. Lieber verlieren wir Millionen, anstatt denen ihren Willen zu geben. Schliesslich könnte das Schule machen, und dann fordern bald die Zugbegleiter einen gerechteren Lohn, wo kämen wir denn da hin?”

Und die Allgemeinheit verliert ihr Verständnis für den Steik – aber komischerweise mit den Streikenden. Warum denkt man in der Öffentlichkeit nicht: “Warum lenkt die Bahn nicht endlich ein und akzeptiert die 5%?” Merkwürdig, man denkt automatisch, die Steikenden hätten die Schuld am Chaos, ob die Forderung gerecht ist oder nicht, interessiert überhaupt nicht. Und das Ärgernis ist immer gross, wenn viele Menschen betroffen sind, wie bei der Lufthansa, Easywings etc.

Wenn Klofrauen streiken, stört es keinen. Das fällt nicht einmal auf. Aber merke: Streik ist immer die aller aller allerletzte Option, wenn Gespräche nichts gebracht haben. Wenn der Arbeitgeber fanantisch HART geblieben ist. Aber warum muss man immer, aber auch immer, hart bleiben? Warum kann man nicht einmal sagen: “Ok Leute, ihr kriegt eure Erhöhung, kein Thema”.

Und jeder der 20.000 Lockführer transportiert immerhin 100, 200 oder 300 mal soviele Fahrgäste. Also so ruinös kann eine solche Forderung für die Bahn nicht sein. Dann überweist sie am Jahresende eben ein bisschen weniger an den Bund – und hat dafür zufriedene Lockführer. Und zufriedene Passagiere. Und einen besseren Ruf.

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