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Massnahmen sind keine Förderung

Massnahmen sind ein Geschäftsmodell – Hartz4-Empfänger sind das Mittel zum Zweck, damit Geschäftemacher an öffentliche Gelder kommen

 

Das System von hinten aufrollen, das klappt. "Follow the money" - folge dem Geld und verstehe, von wo nach wo es fließt und warum. Geld ist immer das treibende Element, nicht etwa Förderung.

Das System von hinten aufrollen, das klappt. “Follow the money” – folge dem Geld und verstehe, von wo nach wo es fließt und warum. Geld ist immer das treibende Element, nicht etwa Förderung.

Kennt irgendjemand eine Person, die aufgrund einer Massnahme einen Job bekam, den sie ohne diese Massnahme nicht bekommen hätte? Ich nicht. Wer immer einen Job bekommt, findet ihn meist durch Zufall, durch Beziehungen, über das Internet oder die Zeitung. Kein Arbeitgeber wird jemals sagen: “Oh, sie haben gerade diese Massnahme gemacht, das ist ja wunderbar, genauso eine Person haben wir gesucht – diese 3 Monats-Massnahme hat ihnen doch sicherlich den Bildungsstatus gegeben, auf den wir hoffen”.

Ja, diese Worte hören sich absurd an – und das sind sie auch. Kein Arbeitgeber Deutschlands wird eine Hartz4-Massnahme als einen Bildungszuwachs sehen. Und das absurde Argument der Jobcenter, man müsse die Leute auf ein “geregeltes Arbeitsleben” vorbereiten, ist mehr als an den Haaren herbeigezogen. Demnach müssten die Massnahmeteilnehmer ja täglich zu spät kommen, da sie das geregelte Aufstehen ja erst wieder lernen müssten.

Das ist geradezu eine herabwürdigende Behauptung, Arbeitslose müßten das Aufstehen wieder erlernen. Arbeitsplätze fallen durch Massnahmen ebenfalls nicht vom Himmel. Es gibt zwar auch Massnahmeträger, die tatsächlich etwas vermitteln wollen, aber die sind eher selten, und nachhaltig sind diese auch nicht. Wenn eine Person die Grundkenntnisse im Computer beigebracht kriegt, aber keinen eigenen Computer hat – dann sind diese Kenntnisse in wenigen Wochen wieder weg.

Massnahmen sind Stress - denn sie sind nutzlos und vergeuden die Lebenszeit der Betroffenen. Deshalb braucht ihr keine Skrupel zu zeigen.

Massnahmen sind Stress – denn sie sind nutzlos und vergeuden die Lebenszeit der Betroffenen. Deshalb braucht ihr keine Skrupel zu zeigen.

Wozu dienen also Massnahmen? Man sagt sich: wenn wir denen schon 1000 Euro zahlen, dann müssen wir wenigstens nochmal 1000 Euro Umsatz mit denen machen. Das geht so: die Jobcenter schicken Leute zu den Massnahmen- und was passiert, wenn du jemandem Kunden schickst? Klar, du bekommst eine Provision. Das geht natürlich im Verborgenen ab, und dein Fallmanager wird davon auch nichts sehen. Das ist für die obersten Bosse, die Jobcenter-Chefs und die wichtigen Herrschaften im Arbeitsministerium. Es wäre geradezu töricht, anzunehmen, es wäre nicht so. Es ist vollkommen logisch. Es ist die Art und Weise, wie das Geschäftsleben funktioniert, und im öffentlichen Bereich ist es ebenso, auch wenn man uns etwas anderes weissmachen will.
Um die Massnahmeträger gehörig zu nerven, könnt ihr folgendes machen: Wenn man euch einen Vertrag zum lesen und unterschreiben vor die Nase hält, sagt ihr: “Zum Zustandekommen eines gültigen Vertrages gehören immer 2 Exemplare. Jeder Vertragspartner bekommt ein vom anderen Vertragspartner unterzeichnetes Exemplar – ansonsten ist der Vertrag nichtig”. Die meisten Massnahmeträger möchten aus ihrem meist sittenwidrigen Vertrag nämlich gerne ein Geheimnis machen, und kommen so in eine Defensive. Unter Umständen will man euch dann sogar “Verweigerung” vorwerfen, daher ist es gut, dies mit dem Handy aufzuzeichnen, zumindest das Gespräch (nicht filmen, das würde auffallen). Oder ihr geht immer zu zweit ins Anmeldebüro, um einen Zeugen zu haben. Eventuell werdet ihr sogar weg geschickt, und beim Jobcenter als “ungeeignet für diese Massnahme” gemeldet.
Der Unterschriftenwahn nimmt überhand? Keineswegs, EURE UNTERSCHRIFT ist bares Geld wert – für die. Eure Unterschriften auf der Anwesenheitslist sind in Wirklichkeit die Genehmigung, in die Kasse der öffentlichen Gelder zu langen. Da kann man so herrliche Streiche machen, wenn man das begriffen hat. Z.B: ihr fotografiert euch mit der aktuellen Ausgabe der Bildzeitung und ladet das Foto auf Facebook hoch – als Anwesenheitsbeweis. Aber keiner unterschreibt die Anwesenheitslist. Oh je, das Theater wäre riesengross. Der Massnahmeträger käme in völlig unerwartete, nicht einkalkulierte und nicht lösbare Bredouille.

Wer kann einen verpflichten, jeden Tag eine Unterschrift zu leisten? Ihr wart da und könnt es beweisen. Für das Jobcenter war keiner anwesend, weil die Liste nicht unterschrieben ist – also gibts auch kein Geld für den Massnahmeträger. Vieleicht würde das Jobcenter jeden einzelnen noch einmal anschreiben und unter Sanktionsandrohung verlangen, dass jeden Tag zu unterschreiben ist. Aber der Aufwand und der Wirbel wäre einfach köstlich.

Sei die freche Fliege, die das System begriffen hat.

Sei die freche Fliege, die das System begriffen hat.

Ein noch fieserer Streich wäre, mit einer Stinkbombe das gesamte Gebäude lahm zu legen. Kann man auch im Jobcenter machen, als Vergeltung für eine Sanktion. Eine Stinkbombe unter die Klobürste legen, zudrücken und wieder das Bad verlassen. Bis die Quelle des Gestanks gefunden ist und das Gebäude wieder normal riecht, werden mehrere Tage vergehen. Bin ich gemein oder bin ich hundsgemein? Willst Du mich schickanieren, schickaniere ich Dich. So einfach ist das.
Eine weitere Kuriosität ist natürlich die Anwesenheit. Man macht uns weiss, dass diese absolute Pflicht sei. Das stimmt aber nicht – wenn sie deine Unterschrift auf der Anwesenheitslist haben, kannst du theoretisch wieder gehen. Und wenn nicht, passiert auch nichts. Lange nichts. Wurde ausprobiert bei einer 10 monatigen Kochmassnahme.

Nach 14 Tagen kam eine schriftliche Aufforderung, wieder zu erscheinen. Nach 3 Wochen kam die 1. Abmahnung. Nach 4 Wochen kam die 2. Abmahnung. Nach 5 Wochen kam eine “letzte Aufforderung” wieder zu erscheinen. (Zu diesem Zeitpunkt war der Massnahme-Chef schon arg in der Bredouille, denn das hätte er längst beim Jobcenter melden müssen, aber er hat es nicht, damit das Geld weiter fließt. Erst, wenn die Blätter mit den unterschriebenen Anwesenheitslisten abgegeben werden müssen, um an die Gelder zu kommen, wird es brenzlich). Nach 6 Wochen kam dann eine Einladung für das Jobcenter für die darauffolgende Woche. Dort bat man dann, der Herr möge doch wieder hingehen.

Aber zuerst zum Chef, damit abgesprochen werden kann, was man den anderen Teilnehmern sagt, damit die nicht drauf kommen. UND – um die fehlenden Unterschriften auf die Anwesenheitsliste zu setzen. Ja, da seht ihr es: es geht nur um die Unterschriften!. Das System stellt sich selbst ein Bein – aber darauf muß man kommen. Bitte geht nicht mit geschlossenen Augen durch die Welt. Beobachtet, denkt nach, zieht eure Schlüsse. Ihr seid nicht hilflos – ganz im Gegenteil.

Autor: M.S.

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