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Menschen heute versklavter als im Mittelalter

Wissenschaftlich bewiesen: Sie machen weniger Urlaub und schuften mehr als ein mittelalterlicher Bauer

Uns geht es so gut wie nie! Wirklich?

Uns geht es so gut wie nie! Wirklich?

Focus Online” gibt rotzfrech zu: Die Menschheit ist heute versklavter als im Mittelalter und schreibt:

Die 40-Stunden-Woche soll eigentlich eine Errungenschaft der Moderne sein, Menschen weniger arbeiten als noch vor Jahrhunderten. Doch eine Studie zeigt: Die Arbeit mag im Mittelalter härter gewesen sein – aber es gab deutlich mehr Urlaub.

Wenn der Weizen in der spätsommerlichen Sonne blühte und die Äpfel langsam von den Bäumen fielen, dann wurde es eine harte Zeit für den mittelalterlichen Kleinbauern. Zwölf Stunden am Tag von Sonnenauf- bis untergang stand er dann auf seinen Feldern und erntete, was das Zeug hielt. Jeder musste mithelfen, Männer, Frauen, Kinder, Junge und Alte. Es war die Quelle seines spärlichen Einkommens. Kein Wunder, dass wir am 31. Oktober noch heute das Erntedankfest kennen – auch wenn kaum einer von uns noch was zum Danken hat.

Doch war die harte Erntezeit einmal vorbei, dann gab es gar nicht so viel Arbeit für den Bauern. Klar, im Frühjahr musste das Feld neu bestellt werden, aber im Winter und Sommer gab es viele Phasen, in denen er einfach den Pflanzen beim Wachsen zusehen konnte.

Auch für Handwerker in den Dörfern und Städten war die Arbeit nicht so mannigfaltig, wie wir heute oft denken. Allein die Kirche sorgte dafür, dass die Menschen nicht zu viel schufteten, um sie bei Laune zu halten. Die ganzen kirchlichen Feiertage von Weihnachten bis Fronleichnam, die wir heute noch haben, sind eine Errungenschaft dieser Zeit, ebenso wie der arbeitsfreie Sonntag. Kam eine Theatergruppe in die Stadt, bekamen Arbeiter ebenso frei wie bei seltenen Sportevents und nach Geburten, Hochzeiten und Todesfällen.
Bauern im 14. Jahrhundert arbeiteten weniger als Angestellte heute

Insgesamt, so hat die Historikerin Juliet B. Schor ausgerechnet, arbeitete der mittelalterliche Bauer oder Handwerker so sogar weniger als wir heutzutage. Ein Vollzeitjob in Deutschland schlägt mit etwa 1.700 Arbeitsstunden im Jahr zu Buche, wobei darin schon 30 Urlaubs-, 10 Feier-, fünf Kranken- und drei Sonderurlaubstage eingerechnet sind.

Das Pendant aus dem 13. Jahrhundert kommt nach Schors Recherchen auf etwa 1.620 Stunden, ein Jahrhundert später waren es sogar nur noch 1.440 Stunden. Grundlage dieser Berechnungen sind 120 bis 150 Arbeitstage pro Jahr (heute in Deutschland: 212), aber eben mit Zwölf-Stunden-Schichten.

Dass wir heute trotzdem das Gefühl haben, doch eigentlich weniger arbeiten zu müssen als unsere Vorgängergenerationen, liegt laut Schor vor allem an einem historischen Ausreißer: Dem 19. Jahrhundert. Während der industriellen Revolution stieg die Arbeitslast enorm. Zwischen Aufklärung, Kohlebergwerken und chemischen Fabriken verlor die Kirche ihren Einfluss, der Kapitalismus stieg auf und Arbeiter schufteten plötzlich 70 bis 80 Stunden in der Woche, und das für 45 bis 52 Wochen im Jahr – sie kamen so auf 3.105 bis 3.588 Arbeitsstunden im Jahr, doppelt so viele wie heute.
Der Trend geht zu weniger Arbeit

Die sozialen Bewegungen ab dem Ende des 19. Jahrhunderts – und die Sozialgesetzgebung im 20. Jahrhundert – sind also weniger innovative, moderne Errungenschaften, sondern vielmehr die Herstellung mittelalterlicher Verhältnisse. Und in Deutschland stehen wir da sogar noch an der Spitze: Über alle Angestellten berechnet, also auch Teilzeitjobber, malocht jeder Deutsche nur noch 1.363 Stunden im Jahr, was die geringste Anzahl innerhalb der OECD ist.

Und tatsächlich gibt es Bestrebungen, die Zahl der Arbeitsstunden weiter zu reduzieren. In Schweden und den USA wird vielfach mit einem Sechs-Stunden-Tag experimentiert, Tech-Startups gehen oft dazu über, ihren Mitarbeitern unbegrenzten Urlaub zu bieten. Ersteres würde die Arbeitslast eines Vollzeitbeschäftigten auf 1.272 Stunden im Jahr begrenzen – endlich ein Fortschritt nach 800 Jahren.

Aus: Focus Online

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