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Morgens um halb zehn in Deutschland …kommt der böse Briefträger!

Wenn die Menschen panische Angst vor Post haben…

Ohne Worte.

Ohne Worte.

Morgends um halb zehn in Deutschland …ist es Zeit für das “kleine Frühstückchen” von Koopers, wie es in der Fernsehwerbung so schön heisst. Wahrscheinlich ist für viele Hunderttausend Menschen halb zehn eher der Horror-Moment des Tages…jeden Moment kommt das verhasste gelbe Auto mit dem bösen Briefträger.

“Geht er auf meinen Briefkasten zu? Lieber Gott, mach, dass er weitergeht, bitte, bitte”. Das denken Hunderttausende jeden Tag. Aber bei vielen geht er nicht weiter. Sondern er bleibt gnadenlos stehen. Und der Brief, den er in den Kasten wirft, ist nicht weiss. Er ist grau. Das typische behördengrau. Das schrecklich-grau. Ich wette meinen Kopf, dass da jetzt nicht drinsteht: “Sie haben im Lotto gewonnen…”.

Wenigstens habe ich meinen Kopf nicht verloren, denn ich habe natürlich mal wieder Recht. Ich scheine hellseherische Fähigkeiten zu besitzen. Schnell den Brief verstecken, unter einem Stapel Zeitungen, ich will ihn gar nicht sehen. Ich mache ihn später auf, er soll mir nicht den ganzen Tag verderben. Tut er aber, obwohl ich ihn nicht einmal sehe.

briefträger

Da kommt er gefahren – mit DEINEM Brief im Gepäck…

Allein die Tatsache, dass er da ist, verdirbt mir schon den Tag. Was wollen die bloss schon wieder, denke ich immer wieder? Ich will daran aber nicht denken. Ich räume den Zeitungsstapel samt Brief darunter ins Schlafzimmer in den Kleiderschrank, dass er so weit wie möglich entfernt ist, in der Hoffnung, dass ich dann vergesse, dass da so ein ominöser grauer Brief ist.

Aber ich vergesse es immer noch nicht. Ganz ehrlich gesagt: ich denke an nichts anderes mehr. Ich kann gar keinen klaren Gedanken mehr fassen. Das ist ja der reinste Horror. Ich muss wohl aus dem Haus, in die nächste Kneipe, ein paar Bierchen trinken. Mir Mut antrinken. Das klappt meistens. Wenn mich das liebe Bier in einen Zustand des Hochgefühls versetzt hat, habe ich keine Angst mehr. Gar keine. Im Gegenteil, die können mich mal! denke ich dann meistens.

Heute scheint es nicht zu klappen: ich fühle mich zwar besser, aber den bescheuerten grauen Brief will ich trotzdem nicht aufmachen. Wahrscheinlich kann ich dann nicht mal schlafen vor Aufregung oder Existenzangst. Das muss ich nicht haben, nicht jetzt. Das tue ich mir nicht an. Der blöde Launeverderber-Brief soll bis morgen warten.

Mitten in der Nacht muss ich mal pinkeln. Sofort bin ich hellwach – die Existenz des grauen Briefes schiesst mir brühheiss durch den Kopf. Oh nein, denke ich, ich will weiter schlafen, irgendeinen schönen Traum träumen. Ich hab kein Licht angemacht, sehe nichts und schliesse trotzdem die Augen, so als könnte ich damit die Existenz des Briefes wegzaubern. Zum Glück schlafe ich dank meiner bierischen Bettschwere nochmal ein.

Da liegt der böse Brief.

Da liegt der böse Brief.

“Der Brief, DER BRIEF” ist das aller aller aller erste, was mir beim Öffnen der Augen am nächsten Morgen durch den Kopf schiesst. Jetzt erstmal ein bisschen piano Papi, denke ich mir. Kaffee trinken, gemütlich rauchen und dann allen Mut zusammen nehmen… Na, ein bisschen Ruhe könnte ich schon noch gebrauchen an diesem Vormittag…aber was ist, wenn ich schon für morgen vorgeladen werde, dann hätte ich gar keine Zeit mehr, mich seelisch darauf vorzubereiten…

Der erste Schritt ist geschafft. Da liegt er vor mir, neben meiner Tasse. Noch eine rauchen, dann mache ich ihn auf. Oh nein! Der Brieftäger kommt schon wieder auf meinen Briefkasten zu, was um Gottes Willen kann denn das jetzt schon wieder sein??? Ich dreh noch mal durch! Das hat mir jetzt den ganzen Mut genommen, den Brief aufzumachen!

Na, der Tag ist ja schön versaut. Das ist ja ein richtiger Alptraum. Ich glaub, ich muss mir nochmal Mut antrinken. Dann mach ich zuerst den Brief auf, und danach gucke ich dann in den Briefkasten, welcher Neandertaler mich schon wieder belästigt…

brief

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