Danke, Frank!

Frank Zander lud wieder Obdachlose und Bedürftige zum Weihnachtsfest: 3200 Gänsekeulen und 750 Kilo Rotkohl für Berliner Obdachlose

(Aus: Berliner Morgenpost)

Frank Zander lädt 2800 Obdachlose ins Hotel Estrel, um mit ihnen Weihnachten zu feiern. Der Entertainer sorgt selbst für seine Gäste und serviert Gänsebraten und Knödel.
Am Tag vor Heiligabend sitzt Kurt Schimanski um kurz vor 15 Uhr beim Friseur und lässt sich die Haare machen. Eigentlich nichts besonderes vor einem großen Fest. Für den 72-Jährigen aber ist der Friseurbesuch alles andere als normal. Er lebt von gerade einmal 250 Euro im Monat, 40 Euro gehen für das BVG-Ticket drauf, bleiben 50 Euro in der Woche zum leben, das reicht nicht, um einen Friseur zu bezahlen. Zuletzt war er vor einem Jahr zum Haareschneiden, “zwischendurch habe ich sie etwas länger getragen”, sagt er.

Monika Zahl frisiert sonst in ihrem Heim-Salon ihre Kundinnen, berät, welche Strähnchenfarbe passt oder plaudert über Urlaubspläne oder das Fernsehprogramm. An diesem Montag vor Heiligabend schneiden sie und junge Friseur-Auszubildende Menschen wie Kurt Schimanski die Haare, Berlinern, die sich keinen Friseurbesuch leisten können. “Darauf freue ich mich immer”, sagt Monika Zahl. “Es kommt so viel Dankbarkeit, das ist immer Gänsehautfeeling.”
1995 hielt Frank Zander das erste Weihnachtsessen ab

Zusammengebracht hat die beiden der Entertainer Frank Zander. 1995 lud er zum ersten Mal Obdachlose zum Weihnachtsessen ein. Seither findet das Fest alljährlich statt, die ersten Jahre im Schloss Diedersdorf, als der Platz dort nicht mehr reichte, bot Estrel-Besitzer Ekkehard Streletzki an, die Feier in das Neuköllner Hotel zu verlegen. Rund 2800 Obdachlose und andere Bedürftige sitzen in diesem Jahr an den runden Tischen im Estrel und nutzen die Angebote im Umfeld, wie beispielsweise den kostenlosen Friseurbesuch.

Schon vormittags schmorten am Montag in der Hotelküche 3200 Gänsekeulen im Ofen, außerdem bereiteten die Küchen-Mitarbeiter 8000 Knödel und 750 Kilogramm Rothkohl vor. Sie wurden am Nachmittag von den mehr als 200 Helfern an den mit Tannenzweigen, Weihnachtsgebäck und Kerzen geschmückten Tischen serviert.
Unter den Aushilfskellnern sind auch viele prominente Berliner. Der CDU-Politiker und Innensenator Frank Henkel ist schon seit Jahren dabei, auch Wolfgang Lippert und Robert Harting kommen mit der Rolle als Aushilfskellner gut zurecht.
Zum Schluss gibt es Geschenke

“Viele unserer Helfer machen schon seit Jahren mit”, sagt Frank Zanders Sohn Markus, der die Weihnachtsfeier gemeinsam mit seinem Vater organisiert. Roberto Hermann zum Beispiel, der am Getränkestand arbeitet. Auch bei ihm ist es “Familien-Ding”, seit er und der damals 13-jährige Sohn sich vor zehn Jahren zum ersten Mal als Helfer meldeten. “Das ist richtiges Weihnachten”, sagt er. Die Stimmung sei so friedlich, “kein Gedränge, kein Geschubse, kein Gepöbel.” Nicht einmal beim Showprogramm im Anschluss an das Essen mit mehreren Bands – und natürlich mit Frank Zander.

Und auch nicht, wenn zum Abschluss die Geschenke verteilt werden. In diesem Jahr ist Spekulatius in den Tüten, geräucherte Wurst, aber auch warme Einlegesohlen und Schals, eine Hertha-BSC-Thermotasse. Das ganze Jahr über sprechen die Zanders und ihre Helfer Spender und Sponsoren an, um die Feier und die Geschenke für die Bedürftigen zu organisieren.

Auch der Verein “Berliner helfen” der Berliner Morgenpost unterstützt die Weihnachtsfeier mit einer Spende von 2000 Euro.

Quelle: Berliner Morgenpost

Auch im Ausland nicht unbemerkt: Frank Zanders jährliche großzügige Aktion. Wir sagen alle aus tiefstem Herzen: Danke, Frank

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Menschenverachtende Polizei Frankfurt: Geldstrafen fuer Obdachlose

Die Straftat des Existierens: In Frankfurt werden den Obdachlosen Bettel-Erlöse und Pflaschenpfand-Cents von der Polizei wegen “unberechtigtem Anwesendsein”  abgenommen. Ärmsten Menschen Hilfe zu verweigern ist eine Sache – sie auch noch zu schädigen, ist abgrundtief verwerflich.

   straftat-obdachlosigkeit (Huffington Post, Titel geändert)

    – Hunger, Kälte, Krankheit und Ausgrenzung: Wohnungslose leiden    unter einer Vielzahl von Problemen
    – Immer häufiger werden sie auch Opfer von Gewalt
    –  Doch statt sie zu schützen, werden sie von den Behörden gegängelt und bestraft. Teilweise mit absurden Maßnahmen

Dass Wohnungslose in der Regel kein Geld besitzen und deshalb oft betteln gehen, dürfte eigentlich bekannt sein. Doch statt ihnen zu helfen, aus ihrer Situation herauszukommen, wurde nun bekannt, dass die Stadtpolizei in Frankfurt von ihnen Geldstrafen abkassiert.

Wie die “Frankfurter Rundschau” berichtet, verlangte die Polizei in mehreren Fällen von den Betroffenen ein Verwarngeld, das unmittelbar vor Ort entrichtet werden müsse.

Bestraft werde das Schlafen auf Bänken und in Fußgängerzonen, da es unter den Tatbestand des “Lagerns im öffentlichen Raum” falle. Und das sei nach der städtischen Gefahrenabwehrverordnung nun mal eine Ordnungswidrigkeit.
Sie müssen ihre letzten Euros zahlen

So widersinnig das Vorgehen gegen Wohnungslose auch ist, die Stadt scheint sich nicht davon beirren zu lassen. Wie der Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU) gegenüber der FR mitteilte, sei die Polizei hier im Recht, denn es gehe hier um die Durchsetzung einer von den Stadtverordneten beschlossenen Verordnung.
Wohnungslose werden in Frankfurt von der Polizei zunächst aufgefordert, ihren Platz zu verlassen. Kommen sie der Aufforderung aber nicht nach, laufen sie Gefahr, abkassiert zu werden. Die wenigen Euros, die sie erbettelt haben, müssen sie also nun an die Behörden abtreten.
Dieses Vorgehen ist kein Sonderfall

Die absurde Bestrafungspraxis ist dabei kein Sonderfall in Deutschland. Nach einem Bericht der “Süddeutschen Zeitung” müssen auch Wohnungslose in Bayern mit Verwarngeldern rechnen. Besonders drastisch ist ein Fall aus Nürnberg:

50 Euro plus Gebühren sei dort zunächst gegen einen Bettler aus Rumänien verhängt worden. Das sogenannte “Bußgeld” sei dann auf 500 Euro angewachsen.

Am Ende seien es laut “SZ” an die 4000 Euro gewesen, die von der Stadt Nürnberg erhoben wurden. Der Rumäne war zwischenzeitlich sogar in Haft genommen worden – um die Zahlung der Bußgelder zu erzwingen.

Am Ende half eine Stiftung für Obdachlose, ihn aus dem Gefängnis zu holen. Die Stadt besteht aber weiterhin auf das Geld.

Die Gewalt gegen Obdachlose steigt

Während Wohnungslose von Behörden durch Platzverweise und Ordnungsgelder gegängelt werden, geraten sie auf der Straße mehr und mehr in Gefahr. Immer häufiger werden sie Opfer von Hass und Gewalt.

Fälle wie der von Heiligabend 2016, als Jugendliche Flüchtlinge versucht hatten, einen Obdachlosen an der Berliner U-Bahn Haltestelle Schönleinstraße anzuzünden, sind dabei nur die Bekanntesten.

Erst Anfang November wurde ein Obdachloser am Münchner Hauptbahnhof angezündet, nachdem die Täter Fotos mit ihm gemacht hatten.

Am 9. November erlitt ein Obdachloser schwere Verletzungen, als er von einem Unbekannten verprügelt und anschließend unter Paletten und Steinen lebendig begraben wurde. Und in Dortmund lag ein schwer kranker Mann tagelang auf einer Parkbank. Zuvor hatten ihm die Krankenhäuser der Stadt die Aufnahme verweigert.

Es gibt jährlich mehrere Todesopfer

Gewalt und Verachtung gegen Wohn- und Obdachlose ist ein alltägliches Problem in Deutschland. Davor warnte die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW) bereits Anfang des Jahres.

Mindestens 17 Todesopfer habe es allein im Jahr 2016 durch Gewalt gegen Wohnungslose gegeben, außerdem 128 bekannt gewordene Körperverletzungen, Vergewaltigungen, Raubüberfällen und bewaffneten Drohungen. Häufig spielten rechtsextreme Motive eine zentrale Rolle, heißt es in dem Bericht der BAGW.

Ihrer Statistik zufolge hat sich die Gewalt nicht wohnungsloser Menschen auf Wohnungslose seit 2010 mehr als verdoppelt. Die Dunkelziffer dürfte weitaus höher liegen, da die Arbeitsgemeinschaft lediglich die Fälle zählt, die auch in den Medien auftauchen und viele Delikte erst gar nicht zur Anzeige kommen.

Doch allein die von verschiedenen Medien dokumentierten Fälle machen klar, wie sehr sich die Lage von Menschen verschlimmert, die ohnehin schon an der untersten Stufe der Gesellschaft stehen. Gewalttaten gegen diese Gruppe von Menschen werden wohl nicht gestoppt werden, solange sogar die Behörden sie durch sinnlose Bestrafungen zusätzlich ausgrenzen.

(tb)

Quelle: Huffington Post
Anmerkung: Da fehlen mir die Worte. Die Respektlosigkeit, mit der menschliche Wesen von sogenannten Behörden behandelt werden, ist unfassbar. Haben diese Polizisten irgendeine Erziehung genossen? Haben die irgendeine Vorstellung von Moral und Empatie? Soll das deren Ansicht nach “Recht durchsetzen” sein? Soll das die Polizei, “dein Freund und Helfer” sein? Ich würde im Winter eine warme Gefängniszelle mit weichem Bett und 3 Mahlzeiten der Obdachlosigkeit vorziehen. Mehr noch: ich würde im Winter bei der Polizei um Obdach bitten, und wenn man es mir verweigert, würde ich meine Verhaftung provozieren.

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63% aller Rentner arm

63 Prozent aller Rentner in Bayern bekommen eine Rente unterhalb der Armutsgrenze

 Trotz jahrelanger Einzahlungen sind Millionen Senioren auf Grundsicherung oder Minijobs angewiesen

Wenn im reichen Bayern schon 63% der Rentner arm sind - wie sieht es dann erst anderswo aus?

Wenn im reichen Bayern schon 63% der Rentner arm sind – wie sieht es dann erst anderswo aus?

(Huffington Post)
Deutschland ist ein Land voller Widersprüche. In fast keinem Land in Europa verdienen die Menschen pro Kopf so viel, wie hier.

Gleichzeitig gibt es auf der ganzen Welt kein Land, in dem die Einwohnerinnen und Einwohner so viel sparen. Deutschland ist Sparweltmeister.

Ein hohes Einkommen und Sparsamkeit: Das klingt als könnten die Deutschen auch im Alter ein komfortables Leben führen.

Wer 40 Jahre lang hart arbeitet, der kann seinen Lebensabend in Ruhe, Frieden und relativem Wohlstand verbringen. In Deutschland ganz normal, richtig?

Falsch.

Denn immer weniger Menschen in Deutschland können es sich leisten, Geld auf die hohe Kante zu legen und für das Alter richtig vorzusorgen.

Die Lebenshaltungskosten in Deutschland steigen stetig, während die Renten dahingegen niedrig bleiben.
Mehr als die Hälfte bayerischen Rentner erhalten eine Rente unter der Armutsgrenze

Die Folge dieser Entwicklung wird besonders an einer Zahl wie dieser deutlich:

63 Prozent aller Rentner in Bayern liegen mit ihrer Rente unter der Armutsgrenze.

Das ergaben Berechnungen des Sozialverbands VdK, die jetzt vorgestellt wurden. Doch was bedeutet das eigentlich genau?

Die Armutsgrenze in Bayern betrug im Jahr 2016 für einen Einpersonenhaushalt 1039 Euro im Monat. Menschen, die monatlich weniger Nettoeinkommen zur Verfügung haben, gelten daher als arm. Und darunter fallen in Deutschland immer mehr Rentner.

So zum Beispiel die Münchnerin Doris Weiss. Sie hat ein langes Berufsleben als Verkäuferin hinter sich und bekommt gerade mal 500 Euro Rente im Monat – und das nach fast 40 Jahren Arbeit.

“Die Miete für meine Wohnung sind 470 Euro, da kann man sich ausrechnen, was übrig bleibt”, sagt sie der HuffPost.
Immerhin stockt der Staat ihre Minirente um 390 Euro Grundsicherung auf. Damit hat sie abzüglich der Miete rund 420 Euro zur Verfügung. Das sind circa 14 Euro pro Tag – für Essen, Hygieneartikel, Versicherungen und Kleidung.

“Verhungern würde ich nicht”, erklärt sie.

Arbeiten bis zum Umfallen
Dass Doris Weiss kein Einzelfall ist, zeigt auch die Geschichte von Arthur Pahl. Der 70-Jährige reist auch heute noch als Reiseleiter durch Deutschland und Europa, um seine Rente von 240 Euro aufzustocken.

Denn die Grundsicherung kommt für ihn nicht in Frage. Dafür ist er zu stolz. Er will keine Almosen. Seine Arbeitstage sind meistens circa 12 Stunden lang. Er steht morgens um 5 Uhr auf und fällt Abends um 9 erschöpft ins Bett.

Dazu kommt die Selbstständigkeit. Pahl ist sein eigener Chef und damit weder sozial-, renten- noch krankenversichert.
“Krank werden kann ich mir nicht leisten”, sagt er. Wenn es mal irgendwo zwickt, dann versucht er sich so gut es geht selber zu pflegen.

Weil er früher nicht ausreichend Geld zurückgelegt hat und die Lebenshaltungskosten in Deutschland gestiegen sind, werde er wohl “arbeiten, bis er umfällt”, erklärt er und macht dabei eine nervöse Handbewegung Richtung Fußboden.

Wenn er nächstes Jahr 71 wird, möchte Pahl kürzertreten und nicht mehr zweihundert Tage im Jahr in bis zu hundert verschiedenen Hotels übernachten.

Sein Traum wäre es, endlich in Rente gehen zu können und sein Alter in Würde zu verbringen. Doch aktuell, weiß er noch nicht, wie das klappen soll – und so geht es immer mehr Rentnern überall in Deutschland.

So zum Beispiel auch die 79-jährige Münchnerin Auguste Moersch. Sie lebt von 790 Euro Rente im Monat – und das in einer der teuersten Großstädte Deutschlands.

Der Statistik zufolge ist Frau Moersch arm. Sie gehört, zu den 63 Prozent der bayrischen Senioren, die weniger als 1039 Euro Netto monatlich zur Verfügung haben. In gesamt Deutschland sind Schätzungen zufolge rund 15 Prozent der Rentner davon betroffen.

Doch die 79-Jährige hat ihren ganz eigenen Weg gefunden, damit umzugehen Sie achtet auf Spartipps und Sonderangebote. Sie telefoniert ausschließlich mit Billigvorwahlen. Und sie ist ein regelmäßiger Gast bei der Münchner Tafel.

Dennoch erklärt sie: “Ich bin zufrieden.”

(ben)

Quelle: Huffington Post

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Das Verbrechen “essen aus dem Muell”

Sogar das Verhungern ist gesetzlich geregelt

 

MuelldiebstahlManchmal kann ich nur mit dem Kopf schütteln, echt.

Bündnis “Containern ist kein Verbrechen”. Nee, ist es nicht.

Du bist geboren auf diese Erde und hast ein Recht hier zu leben, und kein deutscher Drecksparagraph kann dir dieses Recht nehmen. Du stiehlst nicht, sondern frisst Müll, um nicht zu verhungern – und das soll ein Verbrechen sein?

Leute, kommt mal runter und nehmt diesen Dreck von Vorschriften nicht so ernst! Ist das denn die Möglichkeit, dass man sich so weit erniedrigt? Ich verhungere lieber, als einen heiligen deutschen Paragraphen zu brechen? Geht´s noch?
Ich bezeichne es als das größtmögliche Verbrechen, einem hungrigen Menschen nicht nur Nahrung zu verweigern, sondern ihm nicht einmal meinen Müll zu überlassen. Ja, ein größerer Verbrecher kann man nicht sein.

Ihr seid im Recht, und ihr wisst es. Es gibt keinen vor Gott wirksamen Paragraphen, der besagt: “Tja, wir leben im totalen Überfluss, aber für dich ist leider nichts mehr da – nicht mal Müll.”
Ihr wisst es, und die satanische Drecksregierung, die solche menschenfeindlichen “Gesetze” macht, weiß es ebenso.
Dennoch – ein guter Ansatz, sich auf die Knie zu werfen und zu betteln, man möge doch das Müll fressen (Containern) entkriminalisieren. Also fleißig mitmachen.

 

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Trinkgeld für das Jobcenter

Motivierung zum Arbeiten sieht anders aus

trinkgeld-jobcenterWenn das Trinkgeld ans Jobcenter fließt: Zwei Entscheidungen der Sozialgerichte sorgen für Unsicherheit. Müssen selbst kleinste Trinkgelder ans Jobcenter abgetreten werden oder darf ein Hartz 4-Empfänger wenigstens diese Anerkennung behalten?

 

Die Argumentation der Jobcenter ist klar. Reflexartig wird darauf verwiesen, dass Trinkgeld natürlich Einkommen ist. Wenn ein Hartz 4-Empfänger also nebenbei in der Kneipe jobbt, gibt es den Lohn vom Chef und das Trinkgeld vom Kunden. Beides ist anzugeben und mindert den Regelbedarf.
Sozialgerichte: Heute so, morgen so.
So argumentierte auch das Sozialgericht Landshut und zwang eine Hartz 4-Aufstockerin dazu, 25 Euro Trinkgeld im Monat ans Jobcenter abzugeben. Weil Freibeträge auf das Einkommen natürlich gelten, wäre nicht das ganze Trinkgeld weg. Fair genug? Nicht für das SG in Karlsruhe, wo andersrum entschieden wurde. Der Richter war der Meinung, dass der Betrag sehr klein sei und vor allem eine echte Anerkennung für die hervorragende Arbeit der Klägerin. Sie darf ihr Trinkgeld auch in Zukunft behalten. Wie immer zeigt sich: Wenn die Gerichte sich nicht einig sind, ist das letzte Wort nicht gesprochen. Vielleicht geht es irgendwann bis zum Bundesgerichtshof, um Klarheit zu bekommen.

Hartz 4-Tipp: Trinkgeld gehört dem Betroffenen
Bis es so weit ist, unsere Empfehlung: Trinkgeld, solange es nur eine geringe Summe ist, nicht als Einkommen betrachten. Dafür gibt es gute Gründe: Wenn alle Kollegen ihr Trinkgeld behalten dürfen, ist ein Hartz 4-Empfänger schlechter gestellt. Wenn die Kundschaft beim Friseur oder im Restaurant weiß, wer das Geld am Ende bekommt, werden viele wohl darauf verzichten. Schließlich wollen sie für guten Service „Danke“ sagenund nicht die Bilanz des Jobcenters schönen. Außerdem ist klar, dass sich kaum jemand besonders anstrengen wird, wenn es sich am Ende nicht lohnt. Die Folge: schlechtere Arbeitsleistung und noch geringere Chancen, sich von Hartz 4 zu befreien. Und das will doch auch kein Jobcenter, oder?

Daher solltest du deinen Bescheid überprüfen lassen, wenn das Jobcenter dein Trinkgeld will. Die Gerichtsentscheidungen zeigen, dass du gute Chancen hast, es zu behalten.

Quelle: Gegen Hartz

 

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