Will Schulz jetzt durch Zwangsarbeit richtige Stellen vernichten?

Kanzlerkandidat Schulz will Langzeiterwerbslose unter Androhung von Strafen zum unbezahlten Sozialdienst verpflichten

verlogene_PolitikVon rt.com
SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hält Hartz-IV-Sanktionen für notwendige Erziehungsmittel. Die Union will Langzeiterwerbslose unter Androhung von Strafen zum unbezahlten Sozialdienst verpflichten. Ist das verfassungskonform? Karlsruhe will entscheiden.
 
von Susan Bonath

Kanzlerkandidat Martin Schulz (SPD) macht auf sozial. Er will die Agenda 2010 reformieren. Dass es sich dabei um das umfassendste Projekt für Sozialabbau und die Ausdehnung eines Niedriglohnsektors in der deutschen Nachkriegsgeschichte handelt, stört ihn jedoch weniger. Bis zu zwei Jahre länger sollen Erwerbslose Arbeitslosengeld I erhalten. Bedingung: Sie müssen sich marktgerecht weiterbilden. „Je besser qualifiziert die Menschen sind, desto höher ist die Chance, in den Arbeitsmarkt zu kommen“, sagte Martin Schulz am Freitag in einem Interview mit der Rheinischen Post. Die Bildung müsse den Bedarf des regionalen Arbeitsmarktes im Auge behalten, da die Wirtschaft heute anders als 2003 unter Fachkräftemangel leide.

Keine sozialen Wohltaten

Das Perfide an Schulz’ Plan: Es steckt nicht nur neoliberale Motivation dahinter, erwerbslos Gewordene mit dem avisierten Arbeitslosengeld II zielgerichteter in den Arbeitsmarkt zu pressen. Sein Ansinnen würde nämlich auch die weniger Betroffenen tangieren, nämlich rund 800.000 Bezieher von Arbeitslosengeld I. Die Masse, etwa 4,3 Millionen Langzeiterwerbslose und deren 1,7 Millionen Kinder, hätte nichts davon. Schulz beabsichtigt keineswegs, ihnen das Leben zu erleichtern. So erklärte er im Interview:

     „Manche unterstellen ja, beim ALG II geht es um soziale Wohltaten. Im Kern geht es um den Standort Deutschland. Wenn wir den Fachkräftemangel nicht in den Griff bekommen, schadet das massiv unserer Wettbewerbsfähigkeit.“

Die 4,3 Millionen Hartz-IV-Bezieher will der SPD-Kanzlerkandidat hingegen weiterhin mit Sanktionen in jede zumutbare Arbeit – zu jedem Lohn, versteht sich – zwingen. Dass Sanktionen zum Beispiel bei 15- bis 24jährigen schon bei der ersten „Pflichtverletzung“ zum vollständigen Entzug der Lebensgrundlage führen, hält er für keine Schikane. Dass jeden Monat mehr als 7.000 Menschen von einem vollständigen Entzug aller Mittel betroffen sind, findet er auch nicht schlimm. Das Thema werde überhöht, meint Schulz und wiegelt ab: Es gehe darum,

    “dass sich selbstverständlich auch Bezieher von Hartz IV an bestimmte Spielregeln halten und etwa verabredete Gesprächstermine einhalten.“

Arbeitsdienst für Hartz IV

Die von Schulz entfachten Diskussionen um Hartz IV und den angeblichen Fachkräftemangel bewegen auch die CDU. Sie verlangt, Langzeitarbeitslose unbezahlt dort einzusetzen, wo Privatiers keine größeren Profite generieren können: im sozialen Sektor. Es handelt sich um einen Ersatz des früheren Zivildienstes.

Dies fordern Unionspolitiker seit 2011 immer wieder. Vergangene Woche meldete die Bild, dass Carsten Linnemann, Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU und der CDU-Generalsekretär Peter Tauber den wissenschaftlichen Dienst des Bundestages beauftragt hätten. Dieser soll „die rechtlichen Grundlagen für eine ersatzweise Heranziehung von Hartz-IV-Beziehern prüfen“, heißt es. Linnemann bestätigte dem Blatt:

    “Es darf keine Denkverbote geben. Hartz-IV-Bezieher sollte zugemutet werden können, auch in Alten- und Pflegeheimen sowie Krankenhäusern zu arbeiten, um mögliche Engpässe zu überbrücken.“

Auch Otto Wulff, Mitglied des CDU-Bundesvorstands und Chef der Senioren-Union, begrüßte das Ansinnen. Er will den Pflegenotstand mit solchen Billigkräften beheben. Ob man bereits darüber nachdenkt, Hartz-IV-Betroffene unter Sanktionsdrohungen auch zum Kriegsdienst einzuziehen, ließen die christdemokratischen Politiker allerdings offen.

Entzug von Grundrechten und Verelendung

Unterdessen hat das Bundesverfassungsgericht angekündigt, noch in diesem Jahr darüber zu entscheiden, ob Hartz-IV-Sanktionen als Druckmittel gegen Erwerbslose mit dem deutschen Grundgesetz vereinbar sind. Das Sozialgericht Gotha hatte im August 2016 eine entsprechende Vorlage eingereicht. Dafür holte Karlsruhe auch Stellungnahmen von Sozialverbänden ein.

Der Verein Tacheles legt auf 79 Seiten dar, warum er Kürzungen des Existenzminimums für einen Verstoß gegen die Verfassung, das Völkerrecht, den UN-Sozialpakt und die UN-Behindertenrechtskonvention hält. In seiner Stellungnahme mahnt der Verein unter anderem, dass Sanktionen brutale Folgen für die Betroffenen, aber auch die gesamte Gesellschaft hätten. Die jährlich mehr als 400.000 Betroffenen seien von teils massiver Verelendung bedroht.

„Die Folgen reichen von Energie- und Wohnungsverlust bis hin zum Verlust der Krankenversicherung“

Mit dieser Art billigster Hetze sollen die Bürger auf die Seite der Politik und gegen die Ärmsten aufgebracht werden.

Mit dieser Art billigster Hetze sollen die Bürger auf die Seite der Politik und gegen die Ärmsten aufgebracht werden.

Ähnlich sieht es der Paritätische Gesamtverband. Er bezeichnet die Kürzungen von Hartz IV als einen unverhältnismäßigen Eingriff in das Grundrecht. Wie das Sozialgericht Gotha und der Verein Tacheles beklagt der Paritätische ebenfalls, dass nicht nur die Menschenwürde und das Sozialstaatsgebot dadurch verletzt würden. Das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit und freie Berufswahl wird den Sanktionierten vorenthalten. Die Diakonie betont noch einen weiteren Aspekt:

    “Personen mit einem besonderen sozialarbeiterischen Beratungsbedarf, zum Beispiel in Folge von psychischen Problemen, Suchterkrankungen, starken persönlichen Schwierigkeiten, funktionalem Analphabetismus oder interkulturellen Verständigungsproblemen, werden besonders häufig mit Sanktionen belegt.“

Lediglich der Deutsche Verein hält Kürzungen des derzeitigen Existenzminimums um bis zu 30 Prozent für legitim. So unterscheidet er zwischen purer physischer Existenz und soziokultureller Teilhabe. Ersteres beinhalte Essen, Trinken, Kleidung, Energie und Obdach. Dies sei mit 70 Prozent vom Regelsatz gerade noch einlösbar. Aus Erziehungsgründen sei es legitim, so der Deutsche Verein, wenn Hartz-IV-Betroffene zur Strafe, etwa für den Abbruch eines Ein-Euro-Jobs, ein Quartal auf Mobilität, Bildung, Telekommunikation und Freizeitgestaltung verzichten müssten.

Allerdings warnt der Deutsche Verein vor höheren Strafen. Diese stünden in keinem Verhältnis zur beklagten Pflichtverletzung. Besonders drastisch gelte dies für den vollständigen Entzug der Lebensgrundlage. Werden auch die Kosten für die Unterkunft gestrichen, drohe zwangsläufig die Obdachlosigkeit. Hinzu kämen Schulden bei der Krankenkasse. Werden Beträge nicht gezahlt, hätten Betroffene zudem nur Anspruch auf minimale Notversorgung, so der Verein.

Quelle: Der Wächter

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Horror-Parasit “Adernkriecher”

Knoblauch hilft gegen den Alptraum, den Ärzte mir als “Schizophrenie” diagnostizieren

Dieser Beitrag gehört thematisch eigentlich nicht auf diese Seite, muß jedoch irgendwie unter die Leute und das ist der Grund der Funkstille der letzten Wochen.

Der Alptraum: Parasiten, die sich unter der Haut bewegen und vermehren und zuerst die Gelenke angreifen.

Der Alptraum: Parasiten, die sich unter der Haut bewegen und vermehren und zuerst die Gelenke angreifen.

Ich habe die entsetzlichsten Wochen hinter mir, die man sich überhaupt vorstellen kann. Es ist unglaublich, was ich hier erzählen werde. Vorab die Frage: wie bin ich dazu gekommen? Wie konnte ich mir so etwas einfangen? Worum handelt es sich? Ich habe diesen grausamen Parasiten “Adernkriecher” genannt, ich könnte auch “Venenkrabbler” oder “Gefäß-Fresser” sagen. Ich schreibe dies hier auf, damit weitere Personen, die eventuell unter diesen schrecklichen Symptomen leiden, wenigstens etwas darüber im Internet finden. Gleich vorab: nein, ich bin nicht “schizophren”, ich weiss sehr genau, was in meinem Körper passiert. Und blöd bin ich auch nicht. Hier ist meine Leidensgeschichte:

Es begann am 6.Februar. Mein Arm schmerzte irgendwie und konnte nicht richtig bewegt werden. Ich dachte mir nichts besonders dabei, es war mir schon öfters passiert, dass Gelenke von einem auf den anderen Tag sehr schmerzten, was gewöhnlich 3-4 Tage anhält und dann genauso schnell verschwindet, wie es gekommen ist. Abends war es mir dann unmöglich, auf der rechten Seite zu schlafen, so sehr tat mir die Schulter weh.

Als ich am nächsten Tag aufwachte, konnte ich den Arm nur noch sehr eingeschränkt benutzen und der Alltag an diesem Sonntag fiel mir schwer, ich mußte alles mit der linken Hand machen. Ich hoffte, dass es wie immer sein würde und die Schulter dann am nächsten Tag wieder besser wäre. Dem war nicht so – im Gegenteil. Die Schmerzen waren heftig, jegliche Bewegung des Schultergelenks verursachte große Schmerzen. Ich mußte zuhause bleiben. Am nächsten Tag war es noch schlimmer, es war unmöglich, mir auch nur etwas anzuziehen. Ich konnte den Arm keinen Milimeter vom Körper wegbewegen, geschweige denn heben. Ich hatte mir aus einem Schal eine provisorische Schlinge gemacht, wo ich die Hand verkrampft festhielt.

Am Mittwoch rief mich dann meine Seminarleiterin an, um sich zu erkundigen. Ich erzählte ihr meinen Zustand und versicherte ihr, dass ich noch nicht zum Arzt gekommen sei, weil ich mir nicht einmal etwas anziehen konnte. Sie wolle für mich einen Hausbesuch organisieren, was aber scheiterte, da die von ihr empfolene Ärztin sagte, dafür sei mein Hausarzt zuständig und nicht sie.
Auch im Laufe der nächsten Tage verbesserte sich nichts, im Gegenteil, jetzt brannte der Bizeps wie Feuer bis zum Ellebogen herab, auch das Schulterblatt schmerzte.
Innerhalb der nächsten Tage hoffte ich vergebens auf irgendeine Besserung, doch diese trat nicht ein. Eine Woche nach Beginn der Beschwerden schaffte ich es dann zum Arzt. Ich konnte mir den Mantel nur auf einer Seite anziehen, auf der rechten Seite mußte ich ihn mir nur umhängen. Der freundliche Arzt nahm wohl die erstbeste Diagnose, die man in diesem Fall stellen kann: Schleimbeutelentzündung am Schultergelenk. Er verschrieb mir Schmerztabletten mit Kortison und versicherte, die Besserung müsse sich innerhalb der nächsten 2 Tage einstellen. Und das stimmte – teilweise. Die Dauerschmerzen hörten auf, doch die geringste Bewegung war unmöglich. Mehr noch: eine einfache Gewichtsverlagerung im Bett führte schon zu heftigen Schmerzen. Die Tabletten brachten keine weitere Besserung.

Am darauffolgenden Montag machte ich erneut einen Termin beim Arzt. Dieser verlängerte den Krankenschein um eine weitere Woche und verschrieb mir eine weitere Packung des gefährlichen Kortison-Medikamtens. Zusätzlich überwies er mich an einen Ortopäden im selben Gebäude. Einen Termin für den nächsten Tag bekam ich nicht, da der Arzt ausser Haus sein würde. Ich quälte mich durch die ganze Woche, der Alltag war äusserst beschwerlich. Da ich allein wohne, hatte ich keinerlei Hilfe bei Arbeiten wie Fegen, Kochen, Wäsche waschen. Sogar das Duschen war beschwerlich, da ich mich nur mit einer Hand abseifen konnte.
Ich verzweifelte langsam, da sich keine Besserung einstellte. Nach 3 Wochen war ich so weit, dass ich mich auf eine längerfristige Angelegenheit einstellte und auch der Gedanke an eine OP war nicht mehr weit. Ich googelte mit der linken Hand nach Erkrankungen der Schulter und stiess auf Leiden wie “Humeruskopfnekrose”, “Empeachment-Syndrom” und andere, die einer OP bedürfen, um wieder in Ordnung zu kommen. Ich schleppte mich durch meine Tage, vormittags am Computer, dann am Fernseher, dann Mittagsschlaf, nochmal Fernseher und dann ins Bett. Ich liege seit Beginn dieses Leidens gerade auf dem Rücken, die Arme am Körper, schnurgerade und ausgestreckt. Ich dachte gar nicht, dass ich so schlafen kann.
3 Wochen nach Beginn des Leidens spitzte sich die Lage zu. Ich bemerkte, dass ich mich nicht auf meine linke Schulter stützen konnte, da auch diese anfing, empfindlich zu schmerzen. Einen Tag später brach der pure Horror aus. Fast gleichzeitig begannen Schmerzen in beiden Ellenbogen, der linken Schulter und beiden Knien, derselbe stechende, bohrende Schmerz wie in der rechten Schulter. Meine Verzweiflung war nicht in Worte zu fassen. Wurde ich innerhalb von wenigen Wochen zum Krüppel? Ich konnte mich kaum rühren, das Stehen war schmerzlich, gehen fast unmöglich. Die Schmerzen in der linken Schulter und den Ellebogen schränkten die Bewegungsfreiheit glücklicherweise nicht so sehr ein, wie auf der rechten Seite, sonst hätte ich mich gleich in den Rollstuhl setzen können. Mich überkam eine unfassbare Panik, wie sollte ich den Ärzten das erklären? Wann werde ich endlich wieder ein normales Leben haben? Die nächste Frage nach einem Termin beim Orthopäden wurde mit 29. März beantwortet. Ich war in einem verzweifelten, tiefen Loch angelangt. Wenn ich gewusst hätte, was noch kommen sollte, hätte ich wohl vor blankem Entsetzen eine Gänsehaut bekommen.
Ca. 1 Monat seit Beginn der ersten Symphtome an der rechten Schulter begann das Grauen. Plötzlich stach es in den Fussknöcheln, den Zehen und vielen weiteren Stellen am Körper. Die Waden und Oberschenkel begannen zu brennen und wild und unkontrolliert zu zucken. Ich war starr vor Entsetzen. Die Schmerzen wurden immer heftiger, Schmerztabletten halfen nicht. Ich brach tatsächlich unkontrolliert in Schluchzen aus, ging heulend und zitternd in meiner Wohnung auf und ab. Einen Tag später begannen diese ekelhaften Schmerzen in der Leistengegend, der Blase, den Hoden, dem Rektum, dem Steissbein und dem Kreuz. Ich hatte Angst vor dem Aufwachen morgends und vor dem Einsetzen der furchtbaren Schmerzen. Zum ersten mal dachte ich an den Tod und dass ich das wohl nicht überleben würde. Ich konnte kaum liegen, da mein Kreuz und Steissbein schmerzten, nicht stehen, da meine Knie fast den Dienst versagten und beim Sitzen fand ich kaum eine einigermassen schmerzfreie Position.

Des öfteren kommen vereinzelt Parasiten durch die Haut heraus. Man sieht die geschwollenen Adern und den geschwollenen Knöchel.

Des öfteren kommen vereinzelt Parasiten durch die Haut heraus. Man sieht die geschwollenen Adern und den geschwollenen Knöchel.

Mir war bewusst, dass es sich um einen Parasiten handeln musste, denn ich spürte immer wieder hektische Attacken auf Nervenenden und es kam mir vor, dass sich insektenähnliche, winzige Parasiten durch meine Adern bewegten. Wie sollte ich das nur jemandem klarmachen? Meine Verzweiflung, Angst und Entsetzen war kaum in Worte zu fassen. Dann brannte mein Gesäss wie Feuer und zuckte und verkrampfte sich. Am nächsten Tag hatte ich keinen Hintern mehr, er war buchstäblich weggeschmolzen über Nacht. Ich sass auf meinen blanken Gesässknochen. Es war unglaublich schrecklich. Jeder Tag und jede Nacht entwickelte sich zu einem Albtraum. Ich war am Ende.

Es ist furchtbar, wenn man die Gewissheit hat, sterben zu müssen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich meinen Körper schon systematisch nach Anzeichen von Parasiten abgesucht. Manchmal stiess ich auf winzige schwarze Punkte, der Grösse nach etwa wie ein I-Punkt von mittlerer Schrift. Meine Adern traten auffällig hervor, die Hände färbten sich bläulich, ich hatte das Gefühl von mangelnder Durchblutung und Kribbeln in den Fingern. Beim Schlafen musste ich stets darauf achten, dass meine Ellenbogen nicht auf dem Bett auflagen, so sehr schmerzte jede Berührung.
Dann begann der Druck auf der Brust. Der gesamte Brustkorb schmerzte, und zum ersten Mal erfuhr ich in Todesangst, wie sich Herzschmerzen anfühlten. Ich bekam Herzrasen, unregelmässigen Herzschlag und Schwindelgefühle.
An einem Sonntag, 6 Wochen nach Auftreten der ersten Sympthome, begann ich eine Tasche zu packen, ich war entschlossen, mich bei den nächsten Herzschmerzen ins Krankenhaus zu begeben. Ich wusste, allein hätte ich keine Chance mehr.
Der nächste Tag begann gleich früh morgends mit Druck auf der Brust, Krämpfen in den Beinen, Schmerzen in geschwollenen Hoden, Kreuz und Steissbein. Dazu sämtliche Gelenke, dass ich kaum aufstehen konnte. Bald darauf setzten diese entsetzlichen Herzschmerzen ein, dazu ein bohrender Schmerz im Genick und ein unerklärlicher Druck im Kopf und auf den Schläfen, als wär mein Kopf in einen Schraubstock gespannt.
Voller Panik und Entsetzen wählte ich den Notruf und schleppte mich mit meiner Tasche in den Flur, um den Rettern die Türe zu öffnen. Kurz drauf hörte ich eine Sirene näherkommen und der Rettungswagen war zur Stelle. Sofort wurde ich abgefragt, welche Sympthome ich hätte. Im Nu war mir die Manschette zum Messen des Blutdrucks angelegt. Als er sich zuzog, wimmerte ich vor Schmerz, da der Knochen sehr schmerzte. Die Retter schüttelten ungläubig und zum Teil ärgerlich den Kopf und verabreichten mir eine Dosis Morphium. Endlich, endlich nach wochenlangen Dauerschmerzen konnte ich aufatmen. Nach kurzer Fahrt waren wir in der Klinik angekommen, und ich merkte schon am Benehmen der Ärzte, dass man mich irgendwie nicht für voll nahm. Ich lag wohl ca. 1 Stunde im Aufnahmebereich auf einer Bahre, bis eine Dame mit einem Behandlungsvertrag kam und ich mehrere Formulare unterschreiben musste.
Nach ca. 1 Stunde auf der Bahre wurde ich in ein Zimmer mit bereits Vollbelegung in die Mitte geschoben. Ein Flüchtling war im Bett am Fenster untergebracht. Mir wurde ein Tropfzugang gelegt, aber kein Tropf angebracht. Ich hatte schon Angst vor dem Nachlassen der Wirkung der Morphium-Dosis. Es begannen Blutabnahmen, Blutdruckmessen, die 1. Mahlzeit. Noch rührte ich als Veganer das Fleisch nicht an und tauschte mit anderen Zimmergenossen gegen das Gemüse. Ein Arzt, äusserst freundlich, erklärte dem Flüchtling, dass er entlassen würde. Dieser hatte offenbar das Essen nicht vertragen, das es in der Aufnahmeeinrichtung gab. Ich bekam den Platz des Flüchtlings am Fenster. Es begann wieder zu stechen und die Muskeln zuckten. Hektisch nahm ich meine 1. Schmerztablette, in der Hoffnung, dass diese den Beginn der Schmerzen noch etwas herauszögern möge.
Ich schlief erstaunlich gut in dieser 1. Nacht im Krankenhaus. Doch der nächste Tag sollte furchtbar werden. Die Schmerzen setzten überall auf einmal ein. Ich verlor alle Hemmungen und lief wimmernd und stöhnend das Zimmer auf und ab. Die Zimmergenossen schüttelten die Köpfe und tuschelten über mich. Es war grauenhaft. Ich lag im Krankenhaus, hatte aber aussser der Schmerztablette nichts – keinen Tropf, kein Antibiotikum, gar nichts. Offenbar begann man unter Ärzten und Schwestern schon zu denken, ich hätte ein Aufmerksamsdefizit und mache nur Theater. Es war wohl der schlimmste Tag meines bisherigen Lebens. Überall krabbelte, biss, stach es, die Muskeln zuckten wild, die Hoden schmerzten dumpf, das Kreuz und das Steissbein liessen keine Ruhe zu, die Arme brannten, die Gelenke waren unbrauchbar. Es war so schrecklich. Und dieser Todesangst bereitende Schmerz in der Herzgegend vergrösserten meine Panik ins Unermessliche. Zum ersten Mal dachte ich daran, das Fenster zu öffnen und zu springen, als einen so qualvollen Tod zu erleiden.
Die 2. Nacht bekam ich kein Auge zu, so sehr ich es auch wollte, um in eine Traumwelt einzutauchen und das Leid nicht erleben zu müssen. Bisher hatten alle Untersuchungen keine Ergebnisse gebracht, weder die Blutuntersuchung, noch die Urinuntersuchung. Die Röntgenuntersuchung der Schulter ergab eine kleine Verknorpelung, die die Bewegungsfreiheit einschränkte. Die rechte Schulter interessierte mich absolut nicht, es war praktisch das Körperteil, welches jetzt am wenigsten schmerzte. Alles deutete auf mich als Simulator und Theathermacher hin. In dieser Nacht hatte ich endlich wieder von einer besonders freundlichen Schwester auch ein intravenöses Schmerzmittel bekommen und war für ein paar Stunden etwas ruhiger. Tag 3 und keine Hilfe in Sicht. Die Ärzte waren offensichtlich mit ihrem Latein am Ende. Ohne dass mich auch nur einer körperlich untersucht hatte. Ausser Blutuntersuchungen, dem Urin und der Röntgenaufnahme meiner Schulter war nichts geschehen. Kein Abhören, kein Abtasten, nichts. Es war zum Verzweifeln. Ich wurde bei lebendigem Leib aufgefressen und niemand stoppte es, obwohl ich seit 3 Tagen im Krankenhaus lag.
Dann wurde die nächste Stufe des Horrors erreicht. Ich dachte schon, kein Arzt würde sich näher mit mir befassen. Dann kam er. Er setzte sich vertraulich auf die Bettkante, schaute mir in die Augen und fasste meinen Arm. Sofort stach es in meinem Herzen. Irgendwie schienen alle Sehnen mit dem Herzen verbunden zu sein. Ich bekam Todesangst. Er liess meinen Arm los und begann vertraulich zu sprechen, immer in meine Augen schauend. Ob ich Feinde hätte, fragte er. Ob ich Probleme habe, danach. Fragen, die normale Ärzte nicht stellen. Am Tag zuvor hatte ich einen für die Ärzte und meine täglich kommende Schwester wohl “unpassenden” Vergleich angestellt: es fühle sich an, als hätte ich eine Armee von Nano-Robotern im Körper, die alle Knochen, Muskeln und Organe attakieren. Ich sprach mit dem Arzt und über meine Probleme und hoffte, dass wenigstens er etwas näher an die Wahrheit käme. Das Wort “Schizophrenie” fiel in den Raum.

Alle Zimmergenossen blickten bemitleidend zu mir. Ich sei kein Einzelfall, versicherte er. In der heutigen Zeit und dem immer hektischer werdenden Leben gäbe es viele Menschen, die Dinge sähen, die nicht existieren. Du meine Güte, Hilfe. Hilfe schrie ich im Geiste, wie soll ich nur Hilfe bekommen. Sie halten mich für bekloppt, anstatt mich ernst zu nehmen. Auch meine Schwester setzte eine Miene des Bedauerns auf. Wer hilft mir endlich? Aber wie sollte man mir helfen? Ich hatte einen Parasiten, der offenbar völlig unbekannt in Deutschland war. Alle Blutuntersuchungen negativ. Angesichts dieser Tatsachen hörten sich meine Beschwerden wirklich unglaubwürdig an, selbst für mich. Dann wandte er sich ab und ging, wollte mit meiner Schwester unter 4 Augen sprechen. Um Himmels Willen. Kurz darauf kamen ein Arzt und eine Ärztin, die wegen der Behandlung der Schizophrenie mit mir sprechen wollten.

Meine Muskeln zuckten und stachen, der Rücken schmerzte. In der Nähe sei eine auf diese Dinge spezialisierte Klinik, hieß es. Von stationärer Einweisung war die Rede. Ich könne jederzeit wieder gehen, wenn ich mit der Behandlung nicht einverstanden wäre. Nichts würde gegen meinen Willen geschehen, hieß es. Wer´s glaubt, wird seelig. Am nächsten Tag würde man eine Entscheidung von mir erwarten oder mich entlassen.
In dieser Nacht schlief ich wieder kaum, und trotzdem hoffte ich, sie würde nie vergehen und ich könnte in der Stille der Nacht verbleiben, dem Stöhnen der Zimmergenossen lauschen. Die hatten alle eine Diagnose und konnten hoffen. Nur bei mir war es hoffnungsloser denn je. Mit einem tödlichen Parasiten im Blut, womöglich mit Psychopharmaka behandelt, die alles noch schlimmer machen könnten. Die erste ominöse Tablette hatte ich schon bekommen und in die Hosentasche gesteckt. Das Krankenhaus hatte meine Probleme nicht verkleinert, sondern verschlimmert. Ich wünschte mich nach hause, um dort in Ruhe allein sterben zu können. Mir war klar, dass ich nicht mehr viele Tage leben würde. Mir war, als könne es jeden Moment vorbei sein. Tödliche Herzattacke und tschüß.

Selbst die Chefarztvisite hatte nichts gebracht, ich versuchte, die Symptome sachlich zu erklären, aber wie sollte das schon gehen? Er beschwerte sich nur, dass ich ein zu starkes intravenöses Schmerzmittel bekommen hatte und ordnete an, dass man mir nur Ibuprophen Schmerztabletten verabreichen könne, maximal 4 pro Tag. Ich zeigte eine sehr auffällige Stelle an meinem Arm, wo eines der Viecher eine Spur gegraben hatte. Das seien Reste vom Pflaster nach der Blutabnahme, wiegelte man ab. Für alle war ich jetzt schizophren.
Der nächste Tag zog auf, Tag 4 im Krankenhaus, und offenbar der letzte. Mir ging es nicht gut. Die Beschwerden waren an allen Ecken und Kanten. Frühstück, Schwestern, die übliche Prozedur. Meine Schwester sollte gegen 12 Uhr kommen.

Am halben Vormittag kam noch einmal der Arzt und legte mir eindringlich nahe, mich in der nahegelegen psychischen Einrichtung gegen meine “Schizophrenie” behandeln zu lassen. Zimmer sei reserviert, Krankentransport würde bereitgestellt. Ich dachte an die Leidensgeschichte des Michael Perez, der nach einem Faustschlag seit über 10 Jahren in der geschlossenen Anstalt gefangen ist, wochenlange Fixierungen und Zwangsmedikation über sich ergehen lassen muß. Wenn da erstmal die Türe zu ist, kommt man erst wieder raus, wenn der Arzt vom Dienst findet, man sei “geheilt”. Ich lehnte noch einmal dankend ab. Dann werde man jetzt die Entlassungspapiere fertig machen, sagte er mir. Um 12, kurz vor dem Mittagessen, kam meine Schwester und begann sogleich, von wegen der psychischen Behandlung auf mich einzureden. Jetzt war meine Schwester mein Gegner.

Ich war fest entschlossen, nicht in diese Klinik zu gehen, obwohl ich auch nicht wusste, wie es weitergehen sollte. Aber lieber in Ruhe zu hause sterben, als auch noch mit falschen Medikamenten behandelt zu werden und am Ende vielleicht nach einem Herzinfarkt mit Schläuchen im Hals künstlich am Leben gehalten zu werden. Meine Schwester war offensichtlich schon von den Ärzten abgefangen und bearbeitet worden. Sie argumentierte immer weiter, sie hätte die Klinik gegoogelt und die sähe sehr ordentlich aus, und sie könne mich ja nicht pflegen, wie ich mir das vorstelle, ganz ohne Hilfe. Ich hörte nur mit einem Ohr hin und war mit der Aufmerksamkeit bei meinen entsetzlichen Symphtomen. Wie sollte ich zuhause überleben? Ich wäre unfähig, irgendwas zu machen, nicht einmal Essen machen könnte ich, geschweige denn einkaufen. Und mein Krankenschein lief ab, dann würde der Jobcenter-Stress wieder beginnen.

 

Meine Psycho-Pillen gegen tödliche Parasiten. Ergebnis von fahrlässig oberflächlicher Diagnose. Wenn die Ärzte in der Blutuntersuchung nichts finden, ist man eben schizophren. (Die 3 rausgedrückten Tabletten sind im Mülleimer)

Meine Psycho-Pillen gegen tödliche Parasiten. Ergebnis von fahrlässig oberflächlicher Diagnose. Wenn die Ärzte in der Blutuntersuchung nichts finden, ist man eben schizophren.

Der Arzt kam noch einmal hereingestürmt, zielstrebig auf mich zu. Noch einmal begann er, mich zu bearbeiten. Es sei alles freiwillig, er könne mir nur dringend anraten, mich in diese Behandlung zu begeben, bevor es zu spät sei. Wenn bemerkt würde, dass ich eine Gefahr für mich selbst und für andere darstelle, gäbe es Zwangseinweisung mit Polizei, schimpfte er. Ich zögerte. Meine Schwester begann wieder, ebenfalls auf mich einzureden. Sie würde mich so oft besuchen, wie es ginge, versicherte sie mir. Die Adernkriecher bereiteten mir entsetzliches Entsetzen und Leid, ich konnte keinen klaren Gedanken fassen und wollte mich schon vertrauensvoll hingeben, aufgeben. Aber dann wurde mir wieder klar, dass dies ja völlig falsch sei. So falsch, wie wenn man mit verstauchtem Fuß zum Augenarzt ginge. Nein, ich mache es nicht, punkt! Der Arzt stürmte wütend raus. Mit meinen wackligen Beinen (ich hatte 15Kg abgenommen in 14 Tagen – bzw. war von den Parasiten um dieses Gewicht erleichtert worden) begann ich, meine Habseeligkeiten zu packen. Ich würde weiter laufen müssen, der Parkplatz bzw. die Parkdecks des Krankenhauses waren sehr weitläufig. Ich wusste nicht einmal, wie ich bis zum Ende des Ganges kommen sollte.

Noch nie hatte ich mich so elend und hilflos gefühlt. Wir quälten uns langsam vorwärts, aber in Richtung Ausgang dieses nutzlosen Krankmachhauses. Tschüß ihr Idioten. Tatsächlich kamen wir nach 15 Minuten Auto suchen endlich an und ich konnte mich vorsichtig auf den Sitz hiefen, immer bedacht, dass ich meinen Hoden nicht wehtat und das Steissbein nicht aufkam. Dann versuchte ich, mit der linken Hand die weit offen stehende Tür zu schließen, denn mit dem rechten Arm ging das immer noch nicht, von wegen Arm abspreitzen oder ausstrecken. Wir wollten gleich noch einmal zur Hausärztin, die jedoch in Mittagspause war und erst eine Stunde später kommen sollte. Meine Schwester brachte mich nach Hause. Da war ich nun, wieder allein und auf mich gestellt, aber zum Glück von der Bedrohung der psychartischen Kinik entkommen.
Ich hatte Angst. Angst, mich auf mich zu konzentrieren und den Horror heraufzubeschwören. Er kam auch so wieder mit aller Wucht. Überflüssig zu sagen, wo es überall weh tat, es wäre einfacher gewesen, zu sagen, wo es denn nicht wehtat. Ich stellte mir vor, wie ich mich so zu Tode quälen würde. Einen entsetzlicheren Tod würde man sich nicht vorstellen können. Und dabei zu wissen, dass man keine Hilfe rufen könnte, denn beim nächsten Mal würde ich direkt vom Krankenhaus in die psychartische Klinik eingewiesen werden, hatte man mir versichert. Tolle Aussichten. Wie hatte sich mein Leben gewandelt. Alles, was ich vorher als bescheuert empfunden hatte, kam mir nun paradiesisch vor. Wie gerne würde ich schmerzfrei eine Hartz4-Maßnahme machen – alles Normale schien so weit weg. Ich hatte entsetzliche Angst vor der Zukunft – der aller nächsten Zukunft – der nächsten Stunden und Tage.
Ich weiss nicht, wie ich auf den Gedanken kam. Und wie aus dem Gedanken eine reale Handlung wurde. Im Film mögen Vampire und Dracula keinen Knoblauch. Im Film ist viel Wahrheit versteckt. Ich sollte mal Knoblauch probieren. Schließlich ist Knoblauch auch ein natürliches Antibiotikum, und ich hatte außer Schmerzmitteln kein einziges Medikament bekommen, was meinen Zustand verbessert. Gesagt, getan, her mit einer Knoblauchzehe und rein in den Mund. Der penetrante, beißende Knoblauchgeschmack füllte meinen Mund aus und brannte wie Feuer. Die Wirkung war fast umgehend. Innerhalb von 15 Minuten waren 50% der Schmerzen bzw. der Aktivität in meinem Körper weg – eine große Beruhigung überkam mich. Innerhalb von 2 Stunden fühlte ich gar nichts mehr. Ich saß vor dem Fernseher und hatte fast vergessen, das mir was fehlt. Bzw. dass ich etwas zuviel in meinem Körper habe, was da nicht hingehört. Ab dem Moment des Glücks nahm ich Knoblauchstücke zu mir wie im Rythmus der Schmerztabletten – alle 2-3 Stunden ca. eine halbe Knoblauchzehe. Die quälenden Schmerzen der letzten Wochen waren ab dem Punkt Vergangenheit.

Ich freute mich schon, das Universalmittel gegen diesen grausamen Parasiten gefunden zu haben. 2 Tage später dachte ich an die Kriechspur unter meiner Haut am rechten Ellenbogen. Als ich die Stelle den Ärzten zeigte, wiegelten sie ab und sagten, da hätte das Pflaster der Blutuntersuchung geklebt. Und ja, das stimmte. Da hat das Pflaster geklebt. Das luftundurchlässige Pflaster. Und einer der Adernkriecher war zufällig darunter und kroch um sein Leben, da er keine Luft mehr bekam. Er schafft es leider nicht und verendete am Rande des Pflasters. Diesen Gedanken machte ich mir zu Nutze – ich stellte mir eine Salbe her. Olivenöl, Kokosöl und Knoblauch. Ich erwärmte das Öl und verquirlte es mit 10 Knoblauchzehen und ließ es im Kühlschrank abkühlen. Diese Paste schmierte ich mir vor dem Zubettgehen auf den ganzen Körper, sogar ins Gesicht. Voller glücklicher Genugtuung bemerkte ich wenige Minuten später emsige Aktivität unter meiner Haut am ganzen Körper. Wie geil ist das denn, dachte ich. Die parasitären Mistviecher kommen in arge Bedrängnis. Nirgends gibts mehr Luft zu atmen. Ich war mir sicher, dass ich am nächsten Morgen Hunderte oder Tausende auf meinem Bettlaken finden würde. Doch da habe ich mich zu früh gefreut.

Dem war nicht so, und auch im Laufe des Tages spürte ich wieder vereinzelt die Schmerzen. Ich rieb diese Stellen immer sofort mit einer halbierten Knoblauchzehe ein, die Schmerzen verschwanden und tauchten in der Nähe erneut  auf, so als ob sich die Adernkriecher verzweifelt von der Knoblauchstelle wegbewegen würden, um ihre Aktivität in der Nähe wieder aufzunehmen.
Und das ist jetzt die aktuelle Situation. Der rechte Arm wird immer besser, der Ellenbogen ist die am meisten schmerzende Stelle auf der rechten Seite. Auf der linken Seite ist der Ellenbogen schlimm wie eh und je, auch das Kniegelenk. Da gibt es trotz der Salbe keinerlei Verbesserungen.

 

Meine selbstgemachte Salbe und meine Rettung: Knoblauch, Olivenöl und Kokosöl.

Meine selbstgemachte Salbe und meine Rettung: Knoblauch, Olivenöl und Kokosöl.

Zeit, den logischen Denkapparat anzuwerfen, Fragen zu stellen und die vorhandenen Tatsachen zusammenzufügen. Da lasse ich mal sämtliche “Verschwörungstheorien” von NWO Bevölkerungsreduzierung, Chemtrails, Cern und Haarp ganz außen vor. Klar ist: in einer Zeit, wo Menschen aus aller Herren Länder nach Deutschland kommen, längst ausgestorbene Krankheiten wieder auftauchen und negative Nachrichten bewusst verschleiert werden, ist es sehr wohl möglich, das man sich etwas merkwürdiges einfängt. Ein Flüchtling mit ominösen Parasiten-Eiern unter den Fingernägeln faßt im Supermarkt Sachen an, legt sie wieder zurück und sie landen in meiner Einkaufstüte und dann irgendwie in meinem Körper. Ich finde nicht, daß das eine absolut absurde Vorstellung ist. Und ich finde es verantwortungslos, leichtsinnig und bequem von den Ärzten, merkwürdige Sympthome nach ein paar Blutuntersuchungen einfach husch husch als “Schizophrenie” abzutun.
Wer weiss, vielleicht gehöre ich längst in Quarantäne?
Wie lange dauert die Inkubationszeit?  – Nach den ersten Schmerzen in der rechten Schulter dauerte es fast genau 3 Wochen, bis sich dieselben Sympthome auf andere Körperstellen ausdehnten.
Haben die Adernkriecher Eier gelegt? – Wie jedes Lebewesen werden auch die sich vermehren. Ich glaube, die haben ihre Eier sehr geschickt an den Aderwänden gelegt, und zwar gut geschützt unter den Knochen von Schultergelenken, Ellenbogen, Kniegelenken, den Schulterblättern und unter dem Brustkorb. Diese Stellen bleiben nach wie vor sehr berührungsempfindlich.
Was wird nun passieren, was sind die Möglichkeiten? – In Kürze könnten Tausende weitere Adernkriecher schlüpfen und mir den grausamsten Tod bescheren, den man sich vorstellen kann. Das ist aber unwahrscheinlich. Die Knoblauchdosis läßt sich noch bei weitem erhöhen. Zur Zeit esse ich etwa über den Tag verteilt 2 Knoblauchzehen, alle paar Stunden eine Drittel Zehe. Wenn ich einen Fastentag einlege und stattdessen stündlich eine Knoblauchzehe esse und Ausdünstungen von hier bis Spandau habe, dürften sich auch 10mal soviele Adernkriecher sehr unwohl fühlen und vielleicht vom Eier legen abgehalten werden und sterben. Dann bleibt die Frage: wie wird mein Organismus die Tausenden von Fremdkörpern entsorgen? Gibt es dann erst recht eine Ganzkörper-Entzündung? Darüber wage ich gar nicht zu spekulieren.
Ich habe noch Überweisungsscheine für Neurologen, Ortopäden, Gastro und Radiologie. Das kann ich mir wohl sparen, besonders den Neurologen. Der Ortopäde wird auf dem Röntgenbild nichts feststellen. Auch bei einer Magen – oder Darmspiegelung wird man nichts sehen, denn die Adernkriecher befinden sich nicht im Magen oder Rektum, sondern auf der Oberfläche oder in den Adern dieser Organe. Warum ist bei den Blutuntersuchungen kein Exemplar in die Nadel gerutscht? Vielleicht waren es bis dahin noch zu wenige und/oder in diesem Moment war an dieser spezifischen Stelle kein Exemplar vorhanden oder bereits zu groß für die Nadelöffnung. Oder man hat ein Exemplar entdeckt und es bewusst ignoriert, um den Neue-Weltordnungs-Plan der Bevölkerungsreduzierung nicht zu gefährden. Aber das ginge schon wieder in Richtung Verschwörungstheorie, auf die ich ja hier verzichten will.
Warum habe ich bisher noch kein Fieber gehabt? – Das ist allerdings eine gute Frage, aber bei Befall von Botflys, Mangowürmern, Sandflöhen etc. bekommt man das auch nicht.
Was bleibt mir jetzt? Meine Familie traut mir wohl nicht und ist unterdessen überzeugt, die Besserung würde anhand der Psychopatenpillen erfolgen. Hast Du deine Tabletten schon genommen, lautet die oft gestellte Frage. Wenn ich dies getan hätte und keinen Knoblauch verwendet hätte, dann wäre ich jetzt tot, davon bin ich überzeugt. Auch die Vorstellung, ich sei durch meine Ernährungsumstellung auf vegan fast verhungert, ist recht abenteuerlich, denn von Ernährung verstehe ich durchaus genug. Ich bin mit meinem Leiden und den Sympthomen allein und muß wohl weiterhin so tun, als nehme ich diesen Psychodreck. Für den Hausarzt sowie das Krankenhaus bin ich jetzt schizophren vorbelastet, was sich sicher auf alle zukünftigen Krankheitsbilder auswirken könnte. Nur wenn ich huste und schniefe, wird man mir eine Grippe abnehmen.
Wie lange wird es dauern, bis der nächste Fall auftritt, oder wieviele Fälle hat es schon gegeben, die man ebenfalls als Schizophrenie diagnostiziert hat?
Wieviele Dutzende, Hunderte oder Tausende Menschen sind in den 80iger Jahren gestorben, bevor man überhaupt in Erwägung zog, dass man es mit etwas Neuem zu tun hatte, was man dann AIDS nannte? Ist dies vielleicht ein vom Tier zum Menschen mutierte Parasitenart oder gar eine Biowaffe? Wer weiß das schon. Tja, mehr fällt mir jetzt im Moment zu dem Thema nicht ein. Sicher werde ich etwas veröffentlichen, wenn es mir besser geht oder es sonst welche Veränderungen gibt. Nur bei einer radikalen Verschlechterung werde ich vielleicht nicht in der Lage dazu sein. Wenn es sich bessert, wie lange soll das noch dauern? Seit fast 2 Monaten bin ich praktisch ausser Gefecht gesetzt, glücklicherweise kann ich jetzt schon wieder mit beiden Händen schreiben. Also meine lieben Leser, falls irgendwer von Euch oder euren Bekannten diese Sympthome hat: Knoblauch!
Das ist der Grund, warum ich einen so merkwürdigen Artikel auf einer Hartz 4 Seite veröffentliche. Damit wenigstens als Titel etwas erscheint, falls eine verzweifelte Person danach googelt. Nur deshalb. Wenn es auch nur einer Person hilft, ist das Ziel erreicht. Denn was ich durchgemacht habe, wünsche ich wirklich nicht meinem ärgsten Feind. So kann man sich wenigstens selbst behandeln. Denn das Schlimmste ist, wenn Du etwas lebensgefährliches hast, und die Diagnose geht in eine völlig andere Richtung. Dann weisst Du, dass man dich falsch behandeln wird, und bevor der Irrtum bemerkt ist, bist Du tot. Ich werde meine Knoblauch-Dosis erhöhen, um den Viechern mal richtig Feuer unterm Arsch zu machen. Ich will die endlich, endlich loswerden!
PS.: Wieder 3 Tage vergangen. Ich sehe am ganzen Körper schecking aus, als hätte ich Masern oder Röteln. Überall tote Viecher in mir, unfassbar! Wie wird mein Körper damit jetzt umgehen? Am Mittwoch habe ich einen Termin bei der Hausärztin, soll ich ihr das zeigen? Ich weiss gar nicht, ob das angebracht ist, wer weiss, vielleicht werde ich dann in Zwangsquarantäne gesteckt. Auf ärztliche Hilfe vertraue ich nicht mehr. Schließlich haben die Krankenhausärzte fahrlässig und oberflächlich eine für sie bequeme 0815 Diagnose gestellt, die dann von allen, auch meiner Familie bereitwillig übernommen wurde. Ich bin mir sicher, wenn ich den Rat, in die psychartische Klinik zu gehen, akzeptiert hätte, wäre ich jetzt tot! Da bin ich mir völlig sicher, denn mein Körper hätte die Angriffe von Tausenden von Parasiten nicht weiter überlebt! Nur der Knoblauch hat mich gerettet! Aber wie es jetzt weiter gehen soll, weiß ich nicht. Einerseits brauche ich jetzt noch lange Erholung und mein Körper muss sich reinigen, andererseits muß man ja immer für diesen irrwitzigen Krankenschein sorgen, was mir vielleicht jetzt, nachdem ich vollkommen allein und verzweifelt die Parasiten selbst erledigt hab, plötzlich Probleme einhandeln könnte.

Vielleicht werden die inkomeptenten Handlanger der Pharma-Mafia jetzt neugierig und wollen unbedingt wissen, was das ist und mich in Zwangsquarantäne nehmen oder was weiß ich. Ich will jetzt endlich nach 2 Monaten wieder anfangen zu leben! Und nicht weiter von Arzt zu Arzt oder gar isoliert werden! Es sind immer noch nicht alle tot, oder vereinzelt schlüpfen Eier, aber vereinzelt sticht und zappelt es immer noch. Dann kaue ich schnell eine halbe Knoblauchzehe und wische mit der Biss-Stelle über den betreffenden Bereich, und dann ist Ruhe. Das wird wohl noch eine Weile so bleiben, ich bin wohl noch eine ganze Weile auf Knoblauch, ich will auf keinen Fall, dass das wieder richtig ausbrechen kann! Ich werde euch auf dem Laufenden halten und diesen Artikel immer wieder aktualisieren, wenn etwas neues passiert. Also noch einmal bitte ich um Entschuldigung wegen diesem themenfremden Artikel. Aber schließlich ist das die Erklärung, warum hier in den letzten 2 Monaten so wenig passiert ist! In so einem Zustand denkt man wirklich nicht daran, Webseiten zu pflegen. Habt einen schönen Sonntag.

2 Wochen war Ruhe, jetzt ist alles mit noch größerer Wucht wieder da. Der Knoblauch hilft kaum noch. Ich kann kaum noch laufen, die gesamte Fußsohle ist befallen und in meinem Kopf herrscht unerträglicher Druck. Ich hoffe, ich überlebe das. Ich habe Todesangst!

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Martin Schulz- Retter der Arbeitslosen?

Wird Martin Schulz Hartz IV im Sinne der Betroffenen reformieren?

22.02.2017

Und wieder ein Versprechen - wer´s glaubt, wird seelig?

Und wieder ein Versprechen – wer´s glaubt, wird seelig?

Der Kanzlerkandidat der SPD, Martin Schulz, sagt, er wolle den Bezug von Arbeitslosen I verlängern. Wie lange das sein soll, sagt er nicht. Jetzt bekommen jüngere Arbeitslose höchstens ein Jahr ALG I und rutschen dann auf Hartz IV, ältere Erwerblose erhalten ALG I ein zweites Jahr.

Schulz sagte der „Bild“ „wenn jemand mit 50 Jahren nach 15 Monaten Arbeitslosengeld I Hartz IV erhalte, dann geht das an die Existenz. Zur Agenda 2010, die er wir Schröders neoliberale Politik insgesamt verteidigt, sagt er: „Fehler zu machen ist nicht ehrenrührig. Wichtig ist: Wenn Fehler erkannt werden, müssen sie korrigiert werden.“

Außerdem hat Schulz vor, die befristete Arbeitsverhältnisse zu verringern, so die „Bild“. Den Kündigungsschutz wolle er ausbauen. Auf konkrete Nachfragen verweist Schulz auf Arbeitsministerin Andrea Nahles, die dazu ein Programm ausarbeiten lasse. Dies solle unter anderem fordern, befristete Arbeitsverträge nur bei einem sachlichen Grund zuzulassen.

Um welche Fehler geht es?
Vor der Agenda 2010 bekamen Erwerbslose zuerst Arbeitslosengeld, später eine Arbeitslosenhilfe. Der große Unterschied zu Hartz-IV war, dass sich die Arbeitslosenhilfe am letzten Einkommen der Betroffenen orientierte. Davon bekamen Alleinstehende 53 % und Verheiratete 57 %.

Wer Arbeitslosenhilfe bekam, durfte ohne Sanktionen nicht versicherungspflichtigen Arbeiten nachgehen, die von der Hilfe nicht abgezogen wurden. Er war keinen Sanktionen ausgesetzt, weil er Jobs, die das Arbeitsamt anbot nicht annahm.

Gerade alte Erwerbslose, die kaum Chancen hatten, wieder in ein reguläres Verhältnis einzusteigen, konnten sich so problemlos so viel dazu verdienen, dass sie weder frieren noch hungern mussten. Sie konnten nicht im gleichen Ausmaß konsumieren wie bei einer Vollbeschäftigung, sich aber kleinere Genüsse leisten.

Junge Erwerbslose waren nicht wie bei Hartz-IV in einer Dauerschleife gefangen, sondern konnten ohne Schikanen der Jobcenter sich mit einer vorüber gehenden Abhängigkeit von Arbeitslosengeld bzw. Arbeitslosenhilfe orientieren und sich eine Lebens- wie Berufsperspektive aufbauen.

Hartz-IV
Hartz-IV legte Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe zusammen und setzte, unter dem Motto „Fördern und Fordern“ Erwerbslose massivem Druck aus. Erwerbslose durften nur noch ein „Schonvermögen“ behalten, mussten in kleinere und billige Wohnungen ziehen und konnten bestraft werden, wenn sie „zumutbare Jobs“ nicht annahmen.

„Zumutbar“ war und ist dabei der Willkür der jeweiligen Sachbearbeiter unterworfen. Fordern sollte die Eigeninitiative stärken und war bereits deshalb ein Schlag ins Gesicht der Erwerbslosen, weil es ihnen unterstellte, selbst für ihre Situation verantwortlich zu sein – aus Faulheit oder Passivität.

Obwohl die Sanktionen jetzt Erwerbslosen die nackte Existenz gefährdeten, blieb das „Wunder“ aus, und die drangsalierten Arbeitslosen rutschten nicht in gesicherte Arbeitsverhältnisse. Erwerbslose wurden jetzt vielmehr zum Spielball von Zeitarbeitsfirmen und verschärfter Ausbeutung. Weigerten sie sich, miserable Jobs anzunehmen, konnten ihnen in der Konsequenz die Mittel zum Leben komplett gestrichen werden.

Fördern und Fordern – Peitsche statt Zuckerbrot
„Fördern und Fordern“, also Zuckerbrot und Peitsche, entpuppte sich als massive Gewalt im Sinne skrupelloser Arbeitgeber. So genannte Ein-Euro-Jobs boten für Kommunen ein Paradies, bezahlte Lohnarbeit durch ein Taschengeld zu ersetzen.

Die Ein-Euro-Jobs sollten folgendes bewirken:

Erwerbslose sollten sich an einen festen Arbeitsrhythmus gewöhnen und so an den Arbeitsmarkt andocken.

Sie sollten den Erwerbslosen Beschäftigung bieten.

Der Einkommensverlust sollte abgemildert werden.

Die Ein-Euro-Jobs entsprachen bizarrerweise Tätigkeiten, die zuvor Menschen, die Arbeitslosenhilfe bekamen, zusätzlich ausübten und zwar als regulär bezahlte Aushilfstätigkeiten – sei es als Hilfsbademeister oder Gärtnergehilfe, als Aushilfe in der Alten- und Kinderbetreuung oder als Küchenhilfe.

Mehr noch: Die Ein-Euro-Jobs zwangen Erwerbslose für viel weniger Geld zu arbeiten als zuvor und übten so zusätzlich massiven Druck auf die regulär Beschäftigten aus. Ein-Euro-Jobber waren faktisch Lohndrücker im Niedriglohnsektor.

Schulz schielt nach alter SPD-Klientel
Schulz war ein Befürworter der Agenda 2010 und der Schröderschen Politik, die den alten, von der SPD vertretenen Sozialstaat verstümmelte. Als Gegenkandidat zu Angela Merkel hat er jetzt vor, sich auf klassische Positionen der Sozialdemokratie zu fokussieren.

Nur so ist eine deutliche Abgrenzung zu Angela Merkel möglich. Binnen weniger Tage nachdem Schulz Kanzlerkandidat wurde, stiegen die Umfragewerte für die SPD um 12 % auf 21 %. Dabei geht es vermutlich auch darum, dass viele Wähler vor allem Merkels Kanzlerschaft beenden wollen.

Fokus auf Sozialpolitik
Schulz wird seinen Wahlkampf in jedem Fall auf Sozialpolitik konzentrieren. Das ist zumindest schlau. Die Arbeiter und die untere Mittelschicht, also das alte SPD-Klientel, verlassen in allen Staaten der EU die sozialdemokratischen Parteien und sammeln sich bei Rechtspopulisten, die demagogisch den „kleinen Mann“ einlullen.

Schulz kündigt an, offensiv eine Politik für die EU, für den europäischen Rechtsstaat und gegen die Rechtspopulisten zu führen. Dabei spielt er die soziale Karte aus. Das Schrödersche Projekt der „Neuen Mitte“ ließ Arbeiter und Geringverdiener nicht nur im Regen stehen, sondern setzte sie einem unerbittlichen Ausbeutungsdruck aus.

Steuersenkungen für Reiche, Angriffe auf den Kündigungsschutz, Deregulierungen und der größte Niedriglohnsektor Europas sind Folgen dieser Politik.

Verrat an den Arbeitern
Der Verrat an den Arbeitern durch die gemäßigten „Arbeiterparteien“ war kein deutsches Phänomen. Eine ähnliche Agenda setzten in Großbritannien Tony Blair mit „New Labour“ und in den USA das Establishment der Demokraten durch.

Trump zum Beispiel gewann massiv im „Rust Belt“, also in den ehemaligen Zentren der Industriearbeiterschaft. Der mit Tricks als Präsidentschaftskandidat heraus gemobbte Bernie Sanders hätte dort ebenfalls gewonnen – mit einem konsequent sozialen Programm. Hillary Clinton, der Inbegriff des Establishments der Demokraten verlor hingegen.

Gegen den Rechtspopulismus die Arbeiter und die Sozialdemokratie wieder zu entdecken, ist von Martin Schulz als strategisch gut gewählt.

Ein Tropfen auf den heißen Stein
Allerdings bleibt sein Eingestehen von Fehlern bei der Agenda 2010 ein Tropfen auf den heißen Stein. Hartz-IV müsste nicht ein bisschen entschärft, sondern durch ein soziales System ersetzt werden. Weitere Bausteine wären ein besserer Arbeits- und Kündigungsschutz, ein höherer Mindestlohn, massive Investitionen in Schulen und auf der anderen Seite eine Vermögenssteuer und eine höhere Erbschafssteuer.

Obwohl Schulz die „soziale Gerechtigkeit an oberste Stelle setzt“, wie er selbst sagt, hat er nicht vor, die Agenda 2010 wirklich zu ändern. Für Erwerbslose heißt das: Vor den Hartz-Gesetzen ging es ihnen besser, als es unter einem Kanzler Schulz gehen würde, selbst wenn er seine Versprechen einhielte.

Nach den alten Gesetzen erhielten Erwerbslose volle drei Jahre Arbeitslosengeld, dann Arbeitslosenhilfe – und die wurde auf die Rente angerechnet. (Dr. Utz Anhalt)

Quelle: Gegen Hartz

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12-jährige sollte 20.000 Euro an Jobcenter zahlen

12 jährige Hartz-IV-Empfängerin darf ihr Erbe behalten

16.02.2017

Sind die bescheuert?

Sind die bescheuert?

Dieser Fall bringt vielen Kindern, die von Hartz-IV abhängig sind, Sicherheit. Eine Zwölfjährige sollte rund 20.000 Euro aus ihrem Erbe an das Jobcenter zahlen, nachdem ihr Vater starb. Das Sozialgericht Heilbronn wies die Forderung des Jobcenters zurück. Es handle sich um eine besondere Härte. (Urt. v. 15.12.2016, Az. S 3 AS 682/15).

Der krebskranke Vater lebte von 2011 bis 2013 von Hartz-IV, ab April 2013 galt er als dauerhaft nicht erwerbsfähig und bekam jetzt Rente. Als der Mann im April 2014 starb, vererbte er seiner Tochter 35.000 Euro, die er wiederum nach Ende des Hartz-IV-Bezugs von seiner Tante geerbt hatte. Das Jobcenter meinte, die Tochter hätte ersatzweise für ihren Vater die Hartz-IV-Leistungen zurückzuzahlen.

Jobcenter erkannte keine Erwerbsunfähigkeit
Das Gericht stellte fest, das Jobcenter hätte viel früher feststellen müssen, dass der Vater erwerbsunfähig war und darauf hinwirken müssen, dass dieser viel früher eine Rente beantragte. Seit Dezember 2011 hätte er regelmäßig seine Arbeitsunfähigkeit bescheinigt.

Außerdem hätte er erst nach Ende des Hartz-IV-Bezugs geerbt. Allein deshalb sei die Forderung des Jobcenters hinfällig. Zudem stelle die Forderung für die Tochter eine besondere Härte dar. (Dr. Utz Anhalt)

Quelle: Gegen Hartz

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Das Hart4-Gefängnis

Hartz-IV und mehr: Depressionen und Passivität als gewolltes politisches Mittel

Hartz4-GefaengnisHartz-IV ist – in welcher Form auch immer – regelmäßig Thema in den Medien und in der Politik. Doch wer nicht selbst betroffen ist, schiebt es gern beiseite. Das ist nicht gut und nicht klug, denn dahinter steht ein Prinzip, das jeden treffen kann – früher oder später.

Denn es handelt sich bei Hartz-IV um ein System, das weit entfernt von Hilfe oder Förderung ist. Vielmehr belastet es die Menschen, die davon abhängig sind, auf gravierende, menschenverachtende Art und Weise. Durch Druck und Sanktionen – und nicht zuletzt durch die finanzielle Abhängigkeit der Betroffenen -werden Widerstand, Kreativität oder auch nur Individualität faktisch Schritt für Schritt aufgelöst. Die Tatsache, dass so viele Hartz-IV-Empfänger psychische Störungen aufweisen, ist daher kein Zufall.
Hartz-IV oder: Leute, die den Hals nicht voll genug kriegen können

Die Überschriften, die regelmäßig im Pressewald auftauchen, sagen genug aus, um sich auch vor dem Lesen der Artikel bereits ein Bild zu machen:

„Brisante Hartz-IV-Urteile: Jobcenter müssen auch Abitur-Feiern und Computer zahlen“

„Hartz IV kostet Steuerzahler 450 Milliarden Euro: So teuer war Hartz IV für Deutschlands Steuerzahler“

„Insgesamt 4,7 Milliarden Euro: Bund zahlt pro Hartz-IV-Bezieher 1069 Euro Verwaltungskosten“

Es läuft immer in dieselbe Richtung: Hartz-IV ist teuer, viel zu teuer. Doch der Grund dafür wird nicht etwa bei den Arbeitsagenturen oder der Politik gesucht, sondern bei den Empfängern der Leistungen. Der gemeine Steuerzahler, der sowieso schon sehen muss, wie er klar kommt, wird nun arg strapaziert. Kann er es doch nicht fassen, dass Abitur-Feiern, Computer, Brillen oder andere Dinge von der Arbeitsagentur übernommen werden, während er sich jeden Tag „den Arsch aufreißt“. Doch den vermeintlichen Luxus, den der zeitungslesende Arbeiter oder die im Netz klickende Angestellte vermutet, ist ein Märchen. Denn weder feiern Hartz-IV-Empfänger regelmäßig rauschende Feste, noch gönnen sie sich alle drei Monate einen neuen Rechner oder schwören auf Brillen von Ray Ban. Der Alltag ist deutlich trister, und wer „nur“ unter Schwermut leidet, kann sich schon beinahe „glücklich“ schätzen. Denn Hartz-IV und das Krankheitsbild der Depression müssen in einem Atemzug genannt werden.
Psychische Störungen bei Leistungsempfängern, Ratlosigkeit bei Jobcenter-Mitarbeitern

Lag der Anteil der Hartz-IV-Empfänger mit Depressionen bei den AOK-Versicherten im Jahr 2007 noch bei 10,6 Prozent, betrug er 2011 schon 14,8 Prozent (neuere Zahlen zu finden, ist nicht leicht, aber es darf vermutet werden, dass sich die Tendenz nicht verändert hat). Berücksichtigt man auch andere psychische Erkrankungen, lag der Anteil laut AOK 2007 noch bei 33 Prozent, während 2011 vier von 10 Menschen betroffen waren. Jobcenter-Mitarbeiter vermuten sogar, dass die Hälfte ihrer „Klienten“ unter psychischen Belastungen leiden, die pathologisch sind. Das sind erschreckende Werte.
Doch noch gravierender wiegt die Tatsache, dass die Betroffenen weitgehend alleine gelassen werden bzw. ihre Störungen gar nicht als solche erkannt werden. Die Mitarbeiter der Arbeitsagenturen sind naturgemäß nicht ausgebildet, um psychische Störungen zu erkennen. Sie scheitern daher in der Folge an der richtigen Einordnung der Menschen, die mit emotionalen Erkrankungen zu ihnen kommen.

Ein Beispiel:
Ein Mann ist seit zwei Jahren arbeitslos, erscheint nur widerwillig zu seinen Terminen bei der Arbeitsagentur und gibt sich gelangweilt und desinteressiert. So zumindest die Wahrnehmung des Mitarbeiters der Arbeitsagentur. Tatsächlich ist der Mann aber depressiv und empfindet alleine seinen Termin als Tortur. Dennoch versucht der Mitarbeiter in diesem Beispiel (was wohl nicht als die Regel betrachtet werden kann), den Antragsteller aufzubauen, spricht aufmunternde Worte wie etwa: „Na, kommen Sie, so schlimm ist es doch auch wieder nicht. Wir finden schon etwas für sie.“
Nach dem Besuch hat der Mann einen starken depressiven Schub, ausgelöst gerade durch die gut gemeinten Ratschläge des Jobcenter-Mitarbeiters. Denn die Bagatellisierung der Situation erzeugt – wenn auch gut gemeint – eine Eskalation der Krise.

Gesellschafts-ZwangEines der Probleme bei Depressiven ist ja gerade die Tatsache, dass sie ihre Stimmungen als objektiv unbegründet empfinden, was sich besonders zu Weihnachten oder in den Sommermonaten zeigt, wenn die meisten Menschen eher gut gelaunt durchs Leben gehen. Der Depressive dagegen leidet genau darunter, dass er „nicht in der Lage“ oder „zu undankbar“ ist, um die schönen Seiten des Lebens zu erkennen. Im oben genannten Beispiel wird also die Verfassung des Mannes durch die falsche Reaktion des Mitarbeiters noch verstärkt.

Schon im Jahr 2013 gab es Pläne, die Mitarbeiter der Jobcenter besser zu schulen, um so angemessener auf psychische Erkrankungen reagieren zu können. Doch abgesehen davon, dass bis heute kaum spürbare Verbesserungen eingetreten sind, ist schon der Ansatz abwegig. Denn man kann einem Jobcenter-Mitarbeiter nicht „mal eben so“ beibringen, wie er mit Depressiven oder anderen psychisch erkrankten Menschen umgeht. Wir sprechen hier nicht von der IT-Abteilung, die besser aufgestellt werden muss, sondern vom Umgang mit Menschen, die teils schwerwiegende und immer individuelle Problematiken mitbringen, die man nicht mittels Checkliste abarbeiten kann.

Doch selbst wenn man den – nicht zwingend – gut gemeinten Ansatz, die Mitarbeiter besser in der Betreuung psychisch kranker Menschen zu schulen, wohlwollend betrachtet, geht er doch am Kern der Problematik vorbei. Statt Menschen ohne Arbeit mit mehr oder weniger improvisierten und fachlich nicht ausreichenden „Wohltaten“ vermeintlich zu unterstützen, wäre es viel wichtiger, an die Ursachen heranzugehen. Doch damit müsste das System Hartz-IV grundsätzlich in Frage gestellt werden. Es ist nicht davon auszugehen, dass das auf absehbare Zeit passiert, zumindest so lange nicht, wie die, die dieses System mit zu verantworten haben, an den Schalthebeln der Macht sitzen. Denn Hartz-IV ist längst zu einer Ideologie geworden, die den Anspruch auf Vollkommenheit erhebt. Probleme oder Fehler werden auf die Teilnehmer zurückgeführt, nicht auf die Ideologie an sich. Wie es Ideologien an sich haben, sind Störungen stets auf Einwirkungen von außen zurückzuführen, niemals auf die der Ideologie zugerechneten Eigenschaften.
Der Mensch als Kostenfaktor: Nicht mehr, eher weniger

Der Kognitionswissenschaftler und Neuroethiker Stephan Schleim beschäftigt sich in einem Artikel mit dem Kostenfaktor. Und mit der Bedeutung für die Betroffenen, aber auch mit der Frage, wie die Gesellschaft mit diesem Thema umgeht. Er macht anhand eines Zeitungsartikels deutlich, in welch grauenvollem Dilemma Depressive stecken. Die Überschrift – besser: einer der beiden Überschriften lautete:

„Depressiver Niederländer kostet die Gesellschaft 1,5 Milliarden Euro“

Schleim fragt sich – und allein das ist aller Ehren wert! -, wie wohl ein Betroffener reagieren mag, wenn er neben seiner emotionalen Belastung nun auch noch „erfährt“, dass er die Gesellschaft Milliarden Euro kostet. Zu seiner Erkrankung kommt also der Vorwurf, dass er der Allgemeinheit auf der Tasche läge, zur Belastung geworden ist, zu einem Störfaktor, der dafür verantwortlich ist, dass in allen möglichen Bereichen Gelder fehlen. Man muss kein Psychotherapeut sein, um zum Schluss zu kommen, dass eine Headline wie die von Schleim beschriebenen Menschen mit Depressionen in die nächste von unzähligen Krisen führen kann.

Doch Schleim geht weiter. Er betrachtet die Zahlen, die Kalkulationen, die Berechnungen als nichts anderes als „“ökonomische Konstrukte“, die auf der Kehrseite durchaus Branchen zur Möglichkeit verhelfen, eine ganze Menge Geld zu verdienen. Damit liegt er mehr als richtig, denn so wie der Krieg ein Milliardengeschäft ist, so lässt sich auch mit Krankheiten – und mit solchen, die psychischer Natur sind, sowieso – viel Geld verdienen. Interessant ist Schleims These, dass alleine die Tatsache, dass etwas vielleicht erwirtschaftet werden könnte, schon ausreicht, um von faktischen Verlusten zu sprechen. Er vergleicht diese merkwürdig anmutende Annahme mit einem Lotterielos, das im besten Fall einen Millionengewinn verspricht – und stellt die Frage, ob man denn in Anbetracht der Tatsache, dass derjenige, der dieses Los kauft und nicht gewinnt, von einem Verlust ausgehen müsse.

Die Sache mit den Kosten, mit Gewinnen und Verlusten, muss also differenziert betrachtet werden. Denn was immer auch Menschen mit psychischen Erkrankungen „die Gesellschaft“ kosten mögen, es gibt genügend andere, die daran kräftig verdienen. Freilich ausgenommen sind lediglich die Betroffenen.
Der kranke Mensch als gewolltes Mittel

Doch welches Interesse kann ein Staat daran haben, die Menschen in seiner Mitte krank zu machen und krank zu halten? An dieser Stelle wird es unangenehm, denn es geht um etwas für sich betrachtet sehr Schlichtes und ganz und gar Verwerfliches: die Menschen stillzuhalten.

Wer sich stark fühlt und selbstbewusst, der ist in der Lage, sich Gedanken zu machen, Dinge zu hinterfragen und – besonders wichtig – in Frage zu stellen. Wer sich dagegen schwach und alleine fühlt, wer gar das Gefühl in sich trägt, eine allgemeine Belastung zu sein, der kommt nur selten auf derlei Ideen. George Orwell schrieb in einem seiner Essays:

„Menschen mit leeren Bäuchen verzweifeln nie am Universum, ja, sie denken nicht einmal daran.“

Stellvertretend für die „leeren Bäuche“ kann auch ein voller Kopf stehen; ein Kopf, der voll ist mit traurigen Gedanken, mit dem Gefühl, nichts wert zu sein, mit der Empfindung, nur zu stören, allen anderen eine Belastung zu sein. Wird dies in vielen Lebensbereichen und alltäglichen Situationen bestätigt und ist die Psyche bereits verletzt, wird jede Möglichkeit, Selbstbewusstsein oder gar Gegenwehr zu entwickeln, im Keim erstickt. Und genau darum scheint es zu gehen. Hartz-IV-Empfänger sind die perfekten Opfer, sie entwickeln kaum Kraft und Mut, sich zu wehren. Und wenn politisch wie medial der Vorwurf bekräftigt wird, sie seien letztlich die Täter, die die Gesellschaft viel zu viel Geld kosten, weil sie eben sind, wie sie sind, dann wird auch der letzte noch irgendwie Wehrhafte an seiner Situation verzweifeln und kapitulieren.

Spruch-WahrheitDie Menschen brauchen mehr, die Politik braucht weniger

Menschen, die den Wohlstand erleben, sind für ein System, das darauf abzielt, eben diesen Schritt für Schritt abzubauen, suboptimal. Der Soziologe Walter Holstein schrieb bezeichnenderweise, dass die amerikanischen Hippies eine Bewegung gewesen sei, die„von Jugendlichen gelebt wurde, die alle Vorteile und Vergünstigungen des Systems in Anspruch nehmen konnten. Nicht Neid und Ehrgeiz führten zum Aufstand der Blumenkinder, sondern Überdruss und das Verlangen nach anderem.“

Da liegt der Hase im Pfeffer. Wohlstand, Bildung, die Möglichkeit, sich intellektuell weiterzuentwickeln, das sind Dinge, die unerwünscht sind, sie stören und führen zur Unordnung (wahrscheinlich wusste das schon Gerhard Schröder, die heute agierenden Politiker wissen es ganz sicher). Der Hartz-IV-Empfänger ist ein Symbol für diese Sichtweise. Die psychischen Belastungen, unten denen Hartz-IV-Empfänger leiden, sind nichts, was von der Politik erfolgreich bekämpft wird, im Gegenteil, sie tragen dazu bei, die Leistungsempfänger einfacher „händeln“ zu können. In anderen Lebensbereichen wird das durch Unterhaltung im Stile von Dschungel-Camps, Casting-Shows und Reality-TV erledigt. Und wo die Verzweiflung inzwischen sowieso kaum noch persönliche Entwicklungen zulässt, wie etwa bei den Obdachlosen, da wird von vornherein gar nicht erst hingesehen.

Das Ergebnis der unterschiedlichen Methoden: Stillstand, Passivität, Rückzug. Und wenn wir uns umsehen, müssen wir zum Schluss kommen, dass es funktioniert.

Quelle: Neulandrebellen

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